Die Arbeitnehmerkammer Bremen startet ein neues Projekt: die "Expedition Stadt". Wie auf einer Seekarte aus der Südsee werden die Stadtteile Gröpelingen, Schwachhausen, die Inselgruppe Osterholz mit den Atollen Tenever, Ellener Feld, Blockdiek und Ellenbrok-Schevermoor, als weitere Insel Huchting mit einer "Piratenbucht" dargestellt. Außerdem gibt es ein "Kap der guten Hoffnung", ein "Meer der Möglichkeiten" und das "Great Diversity Riff". Es gibt "Basislager"; und von hier aus sollen "Expeditionen" auf Entdeckungsreise starten.
Die fortschreitende soziale Spaltung der Stadt vertiefe die soziale und kulturelle Distanz zwischen den Quartieren und erschwere die Entwicklung gemeinsamer Strategien gegen Armut und Perspektivlosigkeit. "Aber", so die Organisatoren, "dies ist nicht nur ein Problem der betroffenen Quartiere. Die soziale Spaltung gefährdet die Zukunft der Stadt Bremen als Ganzes. Von Oktober 2008 bis März 2009 initiiert die Arbeitnehmerkammer Bremen deshalb mit Interessierten und Akteuren aus den Quartieren sowie mit Fachleuten aus Politik und Verwaltung vier Expeditionen in typische Quartiere Bremens. Die Expeditionen blicken über den Tellerand des eigenen Quartiers, untersuchen vor Ort die Auswirkungen der sozialen Spaltung der Stadt, sie zeigen aber auch die versteckten Schätze und Ressourcen in den Quartieren. In vier sich anschließenden Basislagern werden die Ergebnisse dieser Begegnungen mit externen Fachleuten diskutiert. In einem öffentlichen Nachdenken machen sich Fachleute aus den Quartieren und Institutionen auf die Suche nach neuen Wegen für eine soziale Stadtentwicklung."
Die Expeditionen starten am 30. Oktober im
BASISLAGER OSTERHOLZ OSTERHOLZ: NEUE PASSAGEN
Haus im Park, Züricher Straße 40, 14 -17 Uhr.
Wie die soziale Einkapselung aufgebrochen werden kann.
Die soziale Einkapselung an den kulturellen und sozialen Rändern der Stadt ist ein besonders negativer Effekt der räumlichen Stigmatisierung. Insbesondere Kinder und Jugendliche bleiben gefangen in der Perspektivlosigkeit „ihres" Quartiers. Braucht soziale Stadtentwicklung neue Konzepte für Ausstiege aus der sozialen Einkapselung? Wie können neue Passagen geschaffen werden in andere kulturelle und soziale Welten?
Impuls: Prof. Dr. Monika Alisch, FH Fulda
Es folgt:
2. BASISLAGER GRÖPELINGEN: STARKE UNTERSCHIEDE
Atelierhaus Roter Hahn, Gröpelinger Heerstr. 226, Freitag, 21. November 2008, 14 -17 Uhr. Wie sich die soziale Vielfalt die Quartiere entwickeln kann.
Migranten und „Menschen mit Migrationshintergrund" werden gemeinhin in einem Atemzug mit dem Problemen in den Quartieren genannt. Die Konstruktion solcher homogener Gruppen des „Wir" und „Ihr" verdeckt die Heterogenität moderner Stadtgesellschaft und kulturalisiert soziale Konflikte. Wie lässt sich dagegen die Vielgestaltigkeit der kulturellen und sozialen Milieus als Ressource entwickeln? Welche Rolle können Bildung und Kultur dabei spielen?
Impuls: Dr. Dorothea Kolland, Leiterin Kulturamt Berlin-Neukölln
das ganze Programm hier: Arbeitnehmerkammer Bremen, Expedition Stadt
Sönke Hundt