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12. Dezember 2009

Von Anspruch und Wirklichkeit

Die 25 TeilnehmerInnen der Diskussion  am Mitt- woch im Konferenzraum Doventorstraße 4 erwar- teten mit erkennbar großem Interesse das Einlei- tungsreferat von Jürgen Hinzer zum Thema „Wie viel Gewerkschaft braucht DIE LINKE und umge- kehrt?“


Nicht jeden Tag hat man den „Bundesstreikbeauftragten“ einer DGB-Gewerkschaft zu Gast.

Der Kollege aus der NGG erzählte zunächst kurz über seinen Weg aus einer sozialdemokratisch geprägten Gewerkschafterfamilie, hin zur NGG und in die Partei DIE LINKE. Schnell wurde jedem Anwesenden klar, hier spricht einer, der den Begriff der Solidarität nicht als Blume am Revers trägt. Seine Beispiele aus vielen kleinen und großen Tarifkämpfen und der dabei neu wachsenden oder sich wieder erneuernden Solidarität zwischen den Kolleginnen und Kollegen, waren angereichert mit kleinen Anekdoten die für uns Zuhörer die Atmosphäre innerhalb und außerhalb der Betriebe lebendig werden ließ. Jürgen Hinzer ließ hierbei auch die oft notwendigen Diskussionen mit und in den Belegschaften nicht aus. Hier wurde  deutlich, dass nicht alle Mittel- Langfristigen Vorstellungen der Gewerkschafts- führung von den Mittgliedern sofort begeistert aufgegriffen werden. Der Kollege und  Genosse Hinzer ließ aber auch keinen Zweifel an seiner Überzeugung aufkommen, dass nur im und durch solidarisches Handeln dauerhafte und befriedigende Ergebnisse zu erzielen sind und - „die Kämpfe werden noch härter werden“.

Die anschließende Diskussion lebte nicht zuletzt von der Anwesenheit vieler aktiver und ehemaliger Vertrauensleute und Betriebsräte. Sie zeigte, dass natürlich auch innerhalb der Gewerkschaftsbewegung verschiedene Interpretationen und Gewichtungen existieren.

Eine der zentralen Fragen der kommenden Monate und Jahre muss die Frage der Verkürzung der Arbeitszeit sein, betonte der ver.di Gewerkschaftssekretär und Bundestagsabgeordnete Herbert Behrens in der Diskussion. Dies wird auch das Thema der zweiten Veranstaltung zu diesem Themenkreis sein, die für Februar 2010 geplant ist.

Für mich wurde gestern sehr deutlich, wie notwendig für den Dialog zwischen Gewerkschaftsbewegung und unserer Partei solche Diskussionen sind. Sie werden aber auch die Denkprozesse innerhalb der Partei und innerhalb der Gewerkschafts-bewegung befruchten.

Joachim Dubrow