Zurück zur Startseite
1. Januar 2010

BLG will weitere Lohnsenkungen durchsetzen. Aufruf zur Demonstration am 4. Januar

Peter Frohn, Betriebsratsvorsitzender des GHB

Autofrachter

Nach Verhandlungen zwischen der BLG (Bremer Lagerhausgesellschaft) und ver.di ist vor einiger Zeit ein Haustarifvertrag mit einem Beschäftigungssicherungsvertrag einschließlich "struktureller Änderungen" abgeschlossen. Dahinter verbirgt sich schlicht und einfach eine Lohnsenkung für die Mitarbeiter im Automobilumschlag, für die eine neue Lohngruppe (9 Euro pro Stunde für Stammmitarbeiter und 8,88 Euro für Aushilfsarbeiter) geschaffen wurde.

Nachdem diese Lohnsenkung bei der BLG hausintern durchgesetzt ist, verlangt die BLG als Kunde vom GHB (Gesamthafenbetriebsverein) ebenfalls eine entsprechende Absenkung. Das einfache Argument der BLG: die Kollegen, die beim GHB beschäftigt sind, sollen nicht mehr verdienen als die BLG-Kollegen. Für die GHB-Kollegen würde das eine Lohnsenkung um 4,14 Euro bedeuten, bei höheren Lohngruppen entsprechend mehr.

Der Betriebsratsvorsitzende des GHB, Peter Frohn, sieht darin einen "Angriff auf den Flächentarifvertrag". In einem Flugblatt ("Die große Mutter BLG Automobile lässt ihr Kind GHBV/GHB am steifen Armt verhungern") ruft die Vertrauensleuteleitung des GHB die Beschäftigten des GHB und auch der anderen Hafenbetriebe für den kommenden Montag, den 4. Januar, zur Demonstration auf. Treffpunkt: 9 Uhr vor der Arbeitnehmerkammer in der Friedrich-Ebert-Straße auf. Dort tagt zur gleichen Zeit die Verdi-Tarifkommission "Sonderbestimmungen". Wenn die BLG versuche, so Peter Frohn nach einer Meldung der Nordseezeitung, den anderen Hafenbetrieben einschließlich dem GHB ihre gerade verschlechterten Tarifbedingungen aufzuzwingen, hätte das "dramatische Auswirkungen" auf das gesamte Tarifgefüge im Hafen. Weiter heißt es in dem Aufruf: "Wir werden es nicht zulassen, dass 60 Jahre Tarifpolitik aufgebrochen werden. Der GHB hat im Jahr 2009 schon genug beblutet. Wenn dieses Konzept der BLG Automobile durch die Gewerkschaft Verdi umgesetzt wird, ist nicht nur der GHB davon betroffen, sondern es wird Auwirkungen auf die gesamte Hafenarbeiterschaft in den Bremischen Häfen geben."

Das Komitee "Wir sind der GHB" hat sich entschlossen, ebenfalls zu der Demonstration aufzurufen. "Der Tarif, der dort verhandelt wird, betrifft uns früher oder später alle!" Auf der Homepage des Komitees können der Demonstrationsaufruf und weitere aktuelle Meldungen dazu nachgelesen werden.
(sh)

04.01.10
Hier ein guter Bericht über den Konflikt von Klaus Mündelein in der Nordseezeitung vom 1. Januar. Interessant auch die bis jetzt 30 Leserkommentare dazu. (am 04.01.10 verfügbar)