Gespannt schaut die mdexx-Belegschaft auf die am Montag, den 14. Februar um 11:30 Uhr beginnende Einigungsstelle, die über die vom Schweizer Investor geplante Standortspaltung befinden soll. Die Belegschaft appellierte mit einer Unterschriftensammlung an die Vorsitzende der Einigungsstelle, die Präsidentin des Landesarbeitsgerichts in Bremen, Frau Sabine Kallmann: "Wir fordern einen gemeinsamen Standort für alle Beschäftigten im Land Bremen. Wir bitten ...um Ihre Unterstützung!"
Mdexx soll nach den Plänen des Investors von der Bremer Neustadt nach Ipohl (bei Ritterhude) und Seckenhausen (bei Stuhr) umziehen. Belegschaft, Betriebsrat und IG Metall befürchten dadurch die Zerschlagung und Liquidierung von mdexx. Niemand kann glauben, daß ohne Auswirkungen auf die Arbeitsplätze bleibt.
Siemens hatte der Belegschaft zugesichert, daß der jetzige Standort mindestens bis 2014 genutzt werden kann. Es gibt also eigentlich keinen Druck für eine Verlagerung. Bremen hat extrem preisgünstige Angebote entsprechend den Wünschen der Geschäftsleitung für einen neuen Standort in Bremen fest zugesagt. Auch die von der
Geschäftsführung favorisierten Hallen sieht der Betriebsrat mit großer Skepsis. Nach einer Besichtigung der ehemaligen Lagerhalle in Seckenhausen glaubt der Betriebsrat nicht, daß dort Stahlbau vernünftig möglich ist.
Wirtschaftssenator Martin Günthner hat persönlich auf einer Betriebsversammlung sein Unverständnis über die Firmenleitung geäußert. Wenn der Wille da sei, fände man einen Weg, um mdexx in Bremen zu erhalten. Wie die Belegschaft hofft auch er, daß doch noch die Vernunft siegt.
Betriebsrat und IG Metall hatten schon am 25. November 2010 zu einer Betriebsversammlung im Werk in der Neustadt aufgerufen. Wir berichteten. Danach waren die Beschäftigten vor das Werkstor zu einer Kundgebung gezogen, um sich dort mit den im November 2009 gekündigten 200 Kolleginnen und Kollegen zu treffen. Es war bekannt geworden, dass von der Geschäftsleitung geplant würde, den Standort in der Bremer Neustadt bis September 2011 ganz zu schließen und den Betrieb in zwei Teilen an zwei neue Standorte zu verlagern. Ventilatoren sollen in Zukunft in der Nähe von Stuhr und Transformatoren in einer Halle bei Ritterhude produziert werden. Die Geschäftsleitung sicherte damals zwar zu, dass das Unternehmen mdexx nicht aufgegeben und keine Arbeitsplätze bei dieser "Reorganisation" abgebaut werden sollten.
Die Belegschaft, der Betriebsrat und die IG Metall glaubten der Geschäftsleitung kein Wort. Der Kommentar des Betriebsratsvorsitzende Herbert Strosetzky schon am 25.11.10: "Durch eine Teilung des Betriebes wird die Überlebensfähigkeit noch einmal geringer. Ich vermute, dass man mdexx langsam zerschlagen will. Den Ventilatorenbereich kann man vielleicht noch verkaufen; den Transformatorenbereich lässt man sozusagen 'verdampfen'. Der größte Teil der Produktion ist ja sowieso schon nach Tschechien verlagert worden."
Pressemitteilung IG Metall Bremen/sh