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3. Februar 2011

Heute: Warnstreik bei Inbev (Beck & Co) von 12 - 16 Uhr

Inbev (früher Beck & Co.) an der Weser

Am heutigen Donnerstag, 03.02.2011 werden die Beschäftigten der Brauerei Beck & Co sowie die ebenfalls zum Inbev Konzern gehörenden Roland Brauerei Service GmbH von 12.00 Uhr bis 16.00 Uhr die Arbeit niederlegen. Mit diesem Warnstreik werden die zeitgleich in München stattfindenden Verhandlungen zum Bundesrahmentarifvertrag begleitet. Die Beschäftigten reagieren damit auf die Kündigung des  Bundesrahmentarifvertrages (BRTV) durch den deutschen Brauerbund.

Im BRTV sind die Eingruppierungsmerkmale festgelegt, die für die Höhe der Eingruppierungen der Brauereibeschäftigten maßgeblich sind. Der Arbeitgeberverband fordert in den Verhandlungen eine Niedriglohngruppe und geringere Vergütungen für die sogenannte "Randbelegschaft". Die damit verbundenen Entgeltabsenkungen würden z.B. Sekretärinnen, Außendienstler, Fahrer, Staplerfahrer, alle kaufmännische Angestellten ohne Sachbearbeiterstellung und viele andere betreffen.

Dieter Nickel, Geschäftsführer der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) in der Region Bremen-Weser-Elbe: "Der deutsche Brauerbund will eine Spaltung der Belegschaften, indem er einzelne Brauereibereiche schlechter als andere entlohnen will. Wir wollen aber keine Beschäftigten erster und zweiter Klasse, sondern wir wollen, dass gute Arbeit gerecht entlohnt wird."

1974 hatten die Gewerkschaft NGG und der deutsche Brauerbund als erste Tarifparteien bundesweit einen einheitlichen Entgeltrahmentarifvertrag für Arbeiter und Angestellte abgeschlossen. Dieser sah gleiches Entgelt für gleichwertige Arbeit vor. Gehaltsunterschiede zwischen Angestellten und Arbeitern, Männern und Frauen oder jungen und älteren Beschäftigten waren damit nicht mehr möglich.

Neben den aktuellen Verhandlungen über einen bundesweit geltenden Eingruppierungsvertrag laufen in Bremen auch Gespräche über Lohnerhöhungen für alle fast 1400 Beschäftigten des InBev-Konzerns am Standort Bremen. Die Gewerkschaft fordert einen Inflationsausgleich plus eine deutliche Beteiligung am Unternehmenserfolg. Auch wenn der Konzern erst Anfang März seine Zahlen bekannt gibt, steht für die NGG fest, dass der Konzern in der letzten Zeit gut verdient hat. Die publizierten hohen Exportzahlen sprechen hier eine deutliche Sprache. Eine erste Verhandlungsrunde hat am 10. Januar stattgefunden. Sie verlief aber ohne Ergebnis. Das nächste Gespräch ist für den 2. März angesetzt.
Pressemitteilung der NGG/sh