So heißt es in einer gemeinsam von der Geschäftsführung und der Gewerkschaft NGG herausgegebenen Presseerklärung über die weitere Zukunft der Beschäftigten beim Fleisch- und Wurstwaren-Hersteller Könecke in Bremen. Auf einer außerordentlichen Betriebsversammlung am 8. Norvember 2010 war den Beschäftigten mitgeteilt worden, dass das Werk Bremen geschlossen und die Produktion schrittweise in andere Betriebe der Gruppe verlagert würde. Die Fa. Könecke war vor fünf Jahren von der Zur-Mühlen-Gruppe gekauft worden. Belegschaft, Betriebsrat und NGG begannen daraufhin einen zähen Kampf um den Erhalt möglichst vieler Arbeitsplätze.
Nachdem es noch Ende des letzten Jahres so ausgesehen hatte, dass ein großer Teil der ca. 800 bei Könecke in Bremen Beschäftigten den Arbeitsplatz verlieren würde, kam es heute zu einer überraschenden Wende. Der Könecke-Geschäftsführer Gerhard Neukum erklärte nach dem ersten Sondierungsgespräch: "Wir werden sämtlichen im Bremer Betrieb beschäftigten gewerblichen Arbeitnehmern anbieten, im Delmenhorster Betrieb weiter für unser Unternehmen tätig zu sein und werden hierzu den Einsatz von Leiharbeitnehmern soweit wie möglich zurückfahren“.
Betriebsrat und Gewerkschaft NGG begrüßten diese Zusage. Das würde heißen, dass die Ankündigungen der Zur-Mühlen-Gruppe, ein zukunftsorientiertes Konzept zur Modernisierung der Produktionsanlagen in der Gruppe unter Wahrnehmung der sozialen Verantwortung vorzulegen, höchstwahrscheinlich auch praktisch umgesetzt wird. Die Zusage der Geschäftsleitung bezieht sich zunächst nur auf die Mitarbeiter in der Produktion. Erste Überlegungen bezüglich der Mitarbeiter in Vertrieb, Marketing und Verwaltung wurden zwar vorgestellt, konnten aber noch nicht endgültig geklärt werden. Teilbereiche aus dem Verwaltungsbereich sollen ebenfalls in Delmenhorst angesiedelt werden.
Dieter Nickel, Geschäftsführer der NGG Bremen-Weser-Elbe, beurteilte das Verhandlungsergebnis positiv: "Wir freuen uns, dass unser Ziel, möglichst viele Arbeitsplätze zumindest in der Region zu sichern, wohl erreicht wird. Die meisten Beschäftigten müssen nun nicht mehr in Existenzangst leben. Es wird noch ein hartes Stück Arbeit werden, die Verlegung einer kompletten Fabrik in der Praxis umzusetzen, aber wir sind optimistisch, dass auch dies in konstruktiver Zusammenarbeit gelingen wird. Wir werden für all die Einzelfälle, die es in den nächsten zwei Jahren geben wird, Lösungen finden.“
Presseerklärung NGG/sh