Die Bremer Feuerwehr hat am Dienstag, 15. Februar 2011, in der Straße am Wandrahm in einer dramatischen Aktion über Drehleitern sieben Bewohner aus einem brennenden Haus retten können. Zwei Personen erlitten schwere und eine mittelschwere Verletzungen. Das brennende Haus war nur wenige Meter von der nächsten Feuerwache entfernt, so dass der erste Helfer mit einem Pulverlöscher in der Hand losrennen konnte. Löschfahrzeuge waren nämlich gerade woanders im Einsatz.
Ver.di hat den Brand zum Anlass genommen, um in einer aktuellen Presseerklärung auf die zu geringe Personalausstattung der Bremer Feuerwehr hinzuweisen. Es hätte zum Glück keine Toten und keine verletzten Feuerwehrleute gegeben. Seit Jahren beobachte die Gewerkschaft mit großer Sorge die Verschlechterung der personellen Situation bei der Feuerwehr Bremen. Deshalb fordert ver.di endlich eine bessere Personalausstattung. Nach ver.di-Schätzung werden pro Jahr 2700 24-Stunden Schichten Mehrarbeit geleistet, um den Dienstbetrieb überhaupt aufrechterhalten zu können. Dieses entspricht ca. 30 Vollzeitstellen. Matthias Hoffmann, ver.di-Sekretär: "Wir kritisieren die seit Jahren verfehlte Personalpolitik der Bremer Feuerwehr und weisen immer wieder auf strukturelle Probleme hin. So soll ein Feuerwehrmann zum Beispiel auf zwei Feuerwehrfahrzeugen gleichzeitig seinen Dienst verrichten, kann aber natürlich nur auf einem Fahrzeug seinen Dienst tun. Im Einsatzfall bleiben somit Fahrzeuge unbesetzt. Trotz steigender Einsatzzahlen und Erweiterung der Aufgaben hat die Feuerwehr Bremen in den letzten 14 Jahren mehrere wichtige Fahrzeuge außer Dienst genommen, um Personal einsparen zu können."
Das hat dazu geführt, dass der Bremer Bürger im Vergleich zu anderen Städten am längsten auf Hilfe durch die Feuerwehr warten darf. Ebenfalls wurde der wirkliche Personalbedarf der Feuerwehr bis heute nicht festgeschrieben. "Umso mehr Respekt gehört den Feuerwehr-Kollegen, die unter Einsatz ihres Lebens anfangs mit nur drei Personen am 15.02. am Einsatzort waren", so der ver.di-Sprecher in seiner Erklärung.
Die personellen Probleme scheinen auch von der Leitung der Feuerwehr Bremen erkannt worden zu sein. Nach ver.di-Information wurde hierfür eine Projektgruppe ins Leben gerufen, die sich mit dieser Thematik beschäftigt. Die Gewerkschaft ver.di fordert in diesem Zusammenhang die zusätzliche Einstellung von 80 Feuerwehrleuten bei der Berufsfeuerwehr Bremen, um die Sicherheit der Bürger und Feuerwehrleute künftig garantieren zu können. Sicherheit kostet Geld, man darf an ihr nicht sparen. (Presseerklärung ver.di / sh)