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4. Juni 2010

Schulreform ja, aber nur unter besseren Bedingungen!

Elisabeth Mackensen vom Personalrat Schulen übergibt die Unterschriften an Carl Othmer, Bildungsstaatsrat, Foto: GEW

Die Schulreform mit mehr gemeinsamem Unterricht mit allen, auch Schülern und Schülerinnen mit Behinderungen (Inklusion), entspricht seit langem den Forderungen vieler Lehrer und der GEW. Insofern unterstützen sie die Bildungspolitik in diesem Punkt. Es folgt aber ein großes ABER! Ein angemessener Unterricht für alle Schüler wird pädagogisch schwieriger, er erfordert eine bessere Vorbereitung und kleinere Lerngruppen. Um diese Bedingungen ging es gestern, als die GEW und der Personalrat Schulen rund 1200 in den Lehrerzimmern zuvor gesammelten Unterschriften in einer teilweise lautstarken Aktion mit rd. 100 Lehrerinnen und Lehrern dem Bildungsstaatsrat Carl Othmer übergaben. Gemeint war mit der Demonstation die Bildungsdeputation der Bremer Bürgerschaft, die im Gebäude der Bildungssenatorin am Breitenweg tagte.

Unter der Überschrift "Gute Schule braucht gute Arbeitsbedingungen" wollten die Lehrerinnen und Lehrer aller Schulformen erneut darauf aufmerksam machen, dass zwar Bildungsreformen angekündigt werden, dass die reale Situation an den Schulen aber durch Personalmangel und Arbeitsüberlastung gekennzeichnet ist. Seit der Erhöhung der Unterrichts-Pflichtstunden durch die große Koalition habe sich die Lage enorm verschärft, für gezielte und überlegte pädagogische Arbeit bliebe häufig zu wenig Zeit. Angesichts neuer großer Umorganisierungen, die durch das neue Schulgesetz und den Schulstandortplan vorgeschrieben werden, heißt es bei den Forderungen:

  • für alle Lehrkräfte und pädagogischen MitarbeiterInnen, insbesondere an inklusiv, integrativ oder kooperativ arbeitenden Schulen 1 Stunde weniger Unterrichtsverpflichtung bzw. Betreuungszeit für Kooperation und Unterrichtsentwicklung
  • für alle Schulstufen und Schularten umfassende kollegiale und individuelle Fortbildungsangebote mit Freistellung zu den neuen Unterrichts- und Schulentwicklungen
  • für alle Schulen bessere materielle und personelle Ausstattung, insbesondere der Schulen in sozialen Brennpunkten u. a. durch sozialpädagogische MitarbeiterInnen zur Unterstützung der Lehrkräfte.“

Auf der GEW-Kundgebung vor der Bildungsbehörde sagte Landesvorstandssprecherin Elke Baumann: „Weiteres Sparen macht uns kaputt und geht zu Lasten der Lebensperspektiven von Kindern und Jugendlichen. In genau einer Woche findet in Mainz der nächste Bildungsgipfel statt. Dort müssen die von der KMK beschlossenen 10% des Bruttoinlandsproduktes für Bildung und Forschung auch umgesetzt werden! Von Bürgermeister Böhrnsen erwarten wir eine deutliche Positionierung in diese Richtung.“
(sh)