Am 3. Juni wird die Bildungsdeputation der Bürgeschaft wieder tagen. Die Bremer Lehrkräfte planen hier eine Protestaktion, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen. Am gestrigen Mittwoch diskutierten die Bremer Lehrkräfte auf ihrer Personalversammlung über die neuesten Schulstrukturveränderungen.
Bernd Winkelmann, Landesvorstandssprecher der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), bekräftigte die Forderung nach „Einer Schule für alle“. Gleichzeitig stellte er klar, dass auch in der Bildungsfinanzierung eine Orientierung an den erfolgreichen skandinavischen Ländern notwendig sei - „nur so kann die bestmögliche Bildung für alle gelingen“.
In den Beiträgen der Lehrkräfte aus verschiedenen Schulen wurde auf die zunehmende schädliche Konkurrenz unter den Schulen hingewiesen. Wiederholt wurde auf die Halbherzigkeit des „2-Säulen-Modells“ (Oberschulen neben Gymnasien) hingewiesen.
In allen Erklärungen wurde aber die Bereitschaft, an der Verbesserung der Schulen mitzuarbeiten, deutlich. Allerdings wurden auch Verbesserungen bei den Arbeitsbedingungen gefordert, ohne die eine erfolgreiche Bewältigung der neuen Aufgaben, nicht möglich sei. Dazu gehört neben besserer räumlicher Ausstattung und der Bereitstellung zeitgemäßer Unterrichtsmaterialien vor allem eine ausreichende personelle Ausstattung der Schulen mit zusätzlichen Sozial- und Sonderpädagogen sowie pädagogischen Mitarbeiterinnen.
Elke Baumann, Landesvorstandssprecherin der GEW, untermauerte die Forderungen nach Senkung der Klassenfrequenzen und Reduzierung der Unterrichtsverpflichtung um mindestens eine Stunde: „Wir brauchen diese Verbesserung unserer Arbeitsbedingungen zumindest als ersten Schritt, damit uns ausreichend Zeit für Teamarbeit und individuelle Förderung bleibt.“
(Presseerklärung der GEW/sh)