Die Fortsetzung der vierten Runde der Tarifverhandlungen bei der Deutschen Telekom am heutigen Mittwoch in Königswinter wird bundesweit von ausgedehnten Warnstreiks begleitet. Insgesamt beteiligen sich rund 12.000 Beschäftigte an den Arbeitsniederlegungen, davon alleine über 2.000 in Niedersachsen und Bremen. Wie Radio Bremen heute meldete, beteiligten sich am Mittwoch morgen Beschäftigte der Telekom mit rund 160 Fahrzeugen unter lautem Hupen an einem Autokorso durch die Innenstadt, was fast den gesamten Innenstadtverkehr zu Erliegen brachte.
"Die Warnstreiks sollen den letzten nötigen Druck für die Tarifverhandlungen erzeugen. Gleichzeitig drücken sie die Erwartung der Beschäftigten aus, noch am Verhandlungstisch zu einem Ergebnis zu kommen", so der niedersächsische Arbeitskampfleiter Hugo Waschkeit, heute morgen vor den rund 800 Streikenden in Hannover, die sich in den ver.di-Höfen trafen. In Bremen fand nicht die einzige Aktion statt. Die Kolleginnen und Kollegen aus Stade, Cuxhaven, Buxtehude beteiligten sich an einer Demonstration und Kundgebung zur Tarifrunde im öffentlichen Dienst in Kappenberge. In Braunschweig fand eine Demonstration durch die Innenstadt und eine anschließende Kundgebung am Schlossplatz statt. Auch in Uelzen und Westerstede gab es Kundgebungen.
Bis zum jetzigen Zeitpunkt liegen aus den Verhandlungen keine Ergebnisse vor. Die Telekom versuche zwar, betriebsöffentlich darzustellen, dass man auf einem guten Weg sei, dies sei jedoch nur der klägliche Versuch, die Warnstreikenden zu spalten, so Waschkeit zu den Streikenden in Hannover. "Sollte sich die Arbeitgeberseite heute nicht bewegen, dann werden wir morgen in der großen Tarifkommission die entsprechenden Schlüsse daraus ziehen. Das bisherige Angebot der Telekom hat nur dafür gesorgt, dass sich immer mehr Beschäftigte ver.di anschließen", sagte der Gewerkschafter weiter.
ve.rdi fordert eine Anhebung der Gehälter um 6,5 Prozent zur Stärkung der unteren Einkommen um mindestens 170 Euro monatlich, bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Darüber hinaus sollen die Ausbildungsvergütungen um monatlich 70 bis 90 Euro angeboten werden. Beamtinnen und Beate sollen einen Differenzausgleich zwischen der Tarifsteigerung und der Anhebung der Besoldung erhalten. Gleichzeitig fordert ver.di den Ausschluss betriebsbedingter Beendigungskündigungen für die Deutsche Telekom AG und die Telekom Deutschland GmbH.
Pressemitteilung ver.di / sh