
Herbert Strosetzky, BR-Vorsitzender von mdexx und Peter Stutz, zuständiger Gewerkschaftsserketär der IG Metall
Gestern, 2. März 2011, ließ die Arbeitgeberseite die letzten Vermittlungsversuche vor dem Bremer Landesarbeitsgericht unter der Präsidentin Frau Kallmann endgültig platzen. Die Geschäftsführung von Mdexx und ihre Anwälte blieben stur und lehnten jede Einigung ab. Der Umzug vom Werksgelände in der Neustadt in zwei neue Hallen nach Ihlpohl (Fertigung der Transformatoren) und nach Stuhr-Seckenhaus (Fertigung der Ventilatoren) soll jetzt kompromisslos durchgezogen werden. Nach dem Scheitern der Einigungsstelle "darf" die Geschäftsleitung ihre Pläne jetzt umsetzen.
"Wir sind überzeugt, daß die Eigentümer und Geschäftsführer der Belegschaft wieder einmal nicht die Wahrheit sagen.", sind sich Herbert Strosetzky und Dieter Zapf vom Betriebsrat, ihr Rechtsanwalt Michael Nacken und Peter Stutz von der IG Metall Bremen einig, "Wir geben nicht auf, wir kämpfen weiter um jeden Arbeitsplatz".
Belegschaft, Betriebsrat und IG Metall laufen seit längerer Zeit Sturm gegen die Umzugspläne. Begründung: die Umzugspläne sind betriebswirtschaftlich völlig unlogisch. Befürchtet wird hingegen die endgültige Liqudierung des Unternehmens. Die Geschäftsleitung dementiert zwar nach wie vor, aber ihre Glaubwürdigkeit geht mit wachsender Geschwindigkeit verloren.
Denn:
Angebote also mehr als genug. Aber alle wurden abgelehnt. Die Unternehmensleitung streitet nach wie vor alle Liquidierungspläne ab. Noch am 19. Februar zitierte das Achimer Kreisblatt Alexis Lamaye, derzeitiger Personalleiter bei mdexx mit der Äußerung: "Es gibt im Moment keinerlei Verkaufsabsichten."
Die Betonung liegt wohl auf "im Moment". Denn wie Peter Stutz, zuständiger Gewerkschaftssekretär der IG Metall erklärte, war die Geschäftsleitung nicht bereit, auch nur für wenige Monate den Erhalt eines einheilichen Unternehmens, geschweige denn einen befristeten Verzicht auf einen Unternehmensverkauf zu garantieren. Diese Zusage würde keinen Cent kosten - wenn die Versprechungen wahr wären.
Die Arbeitnehmerseite will jetzt einen Sozialplan erzwingen, um die negativen Folgen des Umzugs für die Arbeitnehmer so weit wie möglich in Grenzen zu halten. Darüber wird in der Einigungsstelle am 23. März verhandelt.
Sönke Hundt