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13. Dezember 2011

Dramatischer Abbau von Hortplätzen bedroht soziale Gerechtigkeit und Chancengleichheit

Die SPD-Bürgerschaftsfraktion will weitere Grundschulen zu sogenannten „Verlässlichen Grundschulen Plus“ (VGS+) umbauen. In diesem Zuge sollen in den kommenden zwei Jahren in Bremen hunderte von Hortplätzen abgebaut werden. „Dieses Kürzungsprojekt bedroht die soziale und Chancengerechtigkeit in vielen Stadtteilen“, empört sich GEW-Sprecher Christian Gloede.

Tatsächlich steht die VGS+ nur wenigen Kindern einer Grundschule offen und geht in der Regel nur bis 15 Uhr. Darüber hinaus bietet sie kein geregeltes Ferienangebot und auch die Aufnahme von Kindern mit Förderbedarf ist ungeklärt. Im Gegensatz dazu stellt der Hort ein verlässliches Bildungs- und Betreuungsangebot bis in den späteren Nachmittag sowie während der Ferien dar. Hinzu kommt, dass ein Losverfahren um die vorhandenen Plätze durchgeführt wird. Dieses berücksichtigt aber nicht individuelle Förder- und Unterstützungsbedarfe oder soziale Kriterien.

Deshalb lehnt die Bildungsgewerkschaft die VGS+, die in Bremen ab kommendem Schuljahr als „offenen Ganztagsschule“ in ca. 20 Grundschulen eingeführt werden soll, als „Ganztagsschule light“ ab. Bestenfalls könne die VGS+ als ergänzendes Angebot zu Horten konzipiert werden, bis die anzustrebende Umwandlung in „gebundene Ganztagsschulen“ stattgefunden hat. Nur bei diesen ist der Ganztag verpflichtend für alle, was die Rhythmisierung des Schultags im Sinne der Kinder und ihrer Lernerfolge ermöglicht, so die GEW.

Ungeklärt bleibt auch die berufliche Perspektive der Hortnerinnen und Hortner. So müssen diese offensichtlich mit einer „Zwangsumschulung“ für die Arbeit mit unter-3jährigen rechnen, da die Bereitschaft der Bildungsbehörde, sie mit ihren Arbeitsverträgen zu übernehmen, bisher kaum vorhanden ist. „Vor dem Hintergrund wachsender Armut in Bremen (ca. jedes dritte Kind in Bremen lebt unterhalb der Armutsgrenze) und dem engen Zusammenhang von Armut und unzureichendem Bildungserfolg konterkariert die rot-grüne Mehrheit in der Bürgerschaft ihr selbstgestecktes Ziel die Schere zwischen Arm und Reich im Bildungsbereich zu schließen“, so Gloede. Die Bildungsgewerkschaft fordert daher die Senatorinnen Stahmann und Jürgens-Pieper auf, unverzüglich ihre Pläne bezüglich der Horte und der Grundschulen offenzulegen. „Eltern müssen vor Anmeldebeginn im Januar wissen, woran sie sind. Die Umetikettierung von „VGS+“ zu „offener Ganztagsschule“ suggeriert eine Verbesserung, die sich mit jeder Hortschließung ins Gegenteil verkehrt!“

(ms)