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8. Juli 2011

Stellenkürzungen an Grundschulen treffen besonders sozial benachteiligte Kinder

Die von der Bildungssenatorin verkündete Streichung von über 50 Lehrerstellen zum nächsten Schuljahr wird auch die Qualität der Grundschulen beeinträchtigen. 8 LehrerInnenstellen an Grundschulen werden gestrichen.

Besonders betroffen sind dabei Schulen in sozialen Brennpunkten, die jahrgangsübergreifend unterrichten. Sie haben bisher für den integrierten Schulanfang besondere Stundenzuweisungen bekommen. Mit dem jahrgangsübergreifenden Lernen und dem integrierten Schulanfang bietet sich die Möglichkeit, besonders gut auf die Lernvoraussetzungen und Interessen der einzelnen Kinder einzugehen.

Bildungsbehörde und Bildungspolitik haben dieses von den GrundschulkollegInnen entwickelte Konzept in den letzten Jahren unterstützt und als positiv heraus gestellt. Die Heterogenität der Lerngruppen  wird dabei berücksichtigt. Dieser Unterricht bietet Fördermöglichkeiten für alle Kinder. Leistungsstärkere profitieren davon ebenso wie Kinder mit größeren Lernproblemen. Notwendig für die Arbeit sind zusätzliche Förderstunden, zum Teil in Doppelbesetzung. Das ermöglicht mehr individuelle Hilfe.

Das Konzept des integrierten Schulanfangs und des jahrgangsübergreifenden Unterrichts hat die früheren Vorklassen abgelöst. Statt sechsjährige Kinder nach Schulreife in die Vorklasse oder die erste Klasse zu sortieren, werden diese nun gemeinsam unterrichtet und individuell gefördert. Die durch Abschaffung der Vorklassen frei gewordenen Stunden wurden entsprechend für diese Förderung genutzt. Eine Streichung dieser Stunden stellt das neue Konzept in Frage und wird die Qualität des Lernens verschlechtern. Besonders betroffen sind die Kinder, die zusätzliche Hilfsangebote benötigen, insbesondere Migrantenkinder und andere sozial Benachteiligte.

Die GEW fordert deshalb den Senat auf, auch aus sozialer Verantwortung diese Kürzungen zurückzunehmen!

Die Folgen der jetzt angekündigten über 50 Stellenstreichungen sind schon jetzt katastrophal. Für die nächsten 4 Jahre sind jährlich weitere Kürzungen in der gleichen Größenordnung von 1,2 % durch die rot-grüne Koalition geplant. Die GEW wird  gegen diese Politik des Kahlschlags gemeinsam mit anderen Betroffenen Proteste organisieren.
Pressemitteilung der GEW Bremen v. 7. Juli 2011 / sh


siehe auch:

Reale Kürzung, erhoffte Rendite. taz v. 8.7.11

Schulleiter fühlen sich betrogen. weserkurier v. 7.7.11