Rund 4000 Menschen haben am Samstag bei einer Demonstration in der Bremer Innenstadt gegen die Kaperung der Schiffe der Friedensaktivisten durch das israelische Militär protestiert. Lautstark forderten sie die Aufhebung der israelischen Blockade des Gazastreifens und freie Fahrt für Schiffe mit Hilfsgütern zu den seit drei Jahren eingeschlossenen Menschen. Auf der Kundgebung auf dem Bremer Marktplatz verurteilte die in Bremen lebende Palästinenserin Bilal Hoca den israelischen Überfall auf die Schiffe, die eine Verletzung des Völkerrechts und des internationalen Seerechts seien. Wie lange, fragte sie, werde die Staatengemeinschaft noch dulden, dass Israel den ganzen Nahen Osten terrorisiere und sich nicht an internationale Gesetze halten müsse. Am Samstag haben die Israelis erneut ein Schiff gekapert. Es handelt sich um den irischen Frachter "Rachel Corrie" mit der 66-jähirgen irischen Friedensnobelpreisträgerin an Bord.
Bilal Hocal kritisierte auch den Westen, der einer solchen Politik Israels tatenlos zusehe und diesem Staat sogar noch Waffen liefere. Sie wies auch auf die lange Leidensgeschichte der Palästinenser hin, denen Israel ihr Land weggenommen habe und sie nun auch mit einer Mauer eingeschlossen habe. Dieser demütigende Zustand müsse endlich beendet werden und die Palästinenser müssten ihre Selbstbestimmung in einem freien palästinensischen Staat bekommen. Zum Schluss las sie die Namen der bei israelischen Militäraktion auf die Schiffe getöteten türkischen Bürger vor. Unter ihnen war auch ein junger Mann aus Bremen. Die Demonstranten gedachten der Toten in einer Schweigeminute.
Für das Bremer Friedensforum und das Netzwerk für Palästina sprach sodann der Bremer Journalist Arn Strohmeyer. Er sagte u.a.: "Die israelische Politik ist völlig außer Kontrolle geraten, sie hat jedes Maß und jede Verhältnismäßigkeit verloren. Die Politik Israels wird eine Gefahr für die Staatengemeinschaft und die ganze Welt. " Strohmeyer forderte ein Ende der Blockade des Gaza-Streifens, fügte aber hinzu, dass das nicht genug sei. Israel müssen endlich auch seinen Siedlungsbau im Westjordanland einstellen und das Gebiet räumen, damit endlich aus dem Gaza-Streifen und dem Westjordanland ein freier Palästinenser-Staat gebildet werden könne. Die Welt verliere jetzt die Geduld mit Israel und sei nicht bereit, länger diesen völkerrechtswidrigen Zustand zu ertragen. Und auch die Deutschen, die wegen des Mordes an den Juden durch die Nazis ein besonderes Verhältnis zu Israel hätten, seien sich ihrer Verantwortung gegenüber dem Land bewusst. Aber zu Israels Verbrechen dürfe man nicht länger schweigen.
Bei der Demonstration gab es keine Zwischenfälle. Die Demonstration wurde von folgenden Organisationen getragen: Bremer Friedensforum, DITIB Landesverband Niedersachsen und Bremen, Islamische Föderation Bremen, Palästinensische Gemeinde Bremen, Netzwerk Frieden für Palästina, Verein zur Betreuung der Libanesen e.V., Arbeitskreis Süd-Nord, Deutsch-Palästinensische Gesellschaft (DPG), Muslimische Frauengemeinde Bremen e.V., Bremer Netzwerk für gerechten Frieden im Nahen Osten.
(sh)
Die ganze Rede von Arn Strohmeyer hier
Die Rede von Bilal Güney auf http://www.youtube.com/watch?v=-VV0yMjEIpU]youtube hier
Fotogalerie von der Demonstration und Kundgebung hier