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30. Juni 2011

"Willkommen im Jahr 1996" - Arbeitgeber wollen tariflichen Rückschritt in der Systemgastronomie

Iris Höppner (links), Sihi Luc Olivier Don (Betriebsrat bei McDonalds und Mitglied der Bundestarifkommission)

Die Arbeitgeber der Systemgastronomie (McDonalds, Burger King,
Yum, Vapiano, Coa, SFCC Maxi Autohöfe und Allresto) "bieten" in den laufenden Tarifverhandlungen eine Absenkung über die Tarifgruppen 1 und 2 um 18% für die ersten 18 Monate bei Neueinstellungen, außerdem eine weitere Absenkung um 10% für alle Tarifgruppen, wenn das Steuerprivileg des Außer-Haus-Verkaufs entfallen sollte. Ansonsten "bieten" sie eine Erhöhung der Entgelte um 1,5% ab 1. Dezember 2011 und 2012.

Der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) ist das etwas arg wenig. Sie fordert (u.a.) eine Erhöhung aller Tarifgruppen um mindestens 6 %, eine Erhöhung der Ausbildungsvergütung ebenfalls um 6 %, eine Verkürzung der Einarbeitungszeit im Rotationssystem auf 6 Monate und die Einführung eines Entgeltbonus für langjährig Beschäftigte. Das Flugblatt mit ausführlichen Informationen über die Forderungen der NGG hier)

Die NGG hatte den Tarifvertrag für die Systemgastronomie zum 30.4.2011 gekündigt. Die Tarifverhandlungen für die Kolleginnen und Kollegen blieben aber in der ersten
Verhandlung leider ohne Ergebnis. Deshalb hat die Gewerkschaft begonnen die Beschäftigten direkt in den Restaurants zu informieren. In Bremen wurden am 29. Juni  die Restaurants von McDonalds (Kay Herrmann Systemgastronomie), Vapiano und Coa aufgesucht.

Iris Höppner, Gewerkschaftssekretärin in Bremen: „Statt über Entgelterhöhungen zu verhandeln, wollen die Arbeitgeber über Absenkungen in den unteren Tarifgruppen diskutieren. Allgemein bieten sie maximal 1,5 % Erhöhung an. Auszubildende haben für die Systemgastronomie offenbar gar keinen Wert mehr; die Vergütungen sollten überhaupt nicht erhöht werden. Mit der Umsetzung dieser Vorstellungen des BdS würden wir uns auf dem Tarifniveau von 1996 wiederfinden. Das ist nicht akzeptabel. Die Reaktionen der Beschäftigten in den Restaurants waren durchweg positiv. Viele Kolleginnen und Kollegen können von ihrem Lohn kaum leben und haben große Hoffnungen in die Tarifrunde. Nur in einem Betrieb gab es Probleme mit dem Chef. Hier wollen wir in den nächsten Tagen noch einmal das Gespräch suchen“, berichtete Höppner weiter.

Die NGG kündigte an, dass in den nächsten Tagen weitere Restaurants in der Region aufgesucht werden um die Beschäftigten zu informieren. Der Schwerpunkt wird dabei bei den Restaurants von McDonalds liegen, da hier im Gegensatz z.B. zu Burger King auch alle Franchisebetriebe unter den Tarifvertrag fallen.

sh / Pressemitteilung NGG