Die IG Metall Küste und der Gesamtbetriebsrat der Airbus Operations GmbH fordern einen Zukunftstarifvertrag für die mehr als 16.000 Airbus-Beschäftigten in Deutschland. Ziel ist die Sicherung der Standorte, Beschäftigung und Einkommen bis zum Jahr 2020 sowie stärkere Regulierung der Leiharbeit und der Vergabe von Arbeitspaketen an Dritte. Zudem soll die Beteiligung der Beschäftigten grundsätzlich gestärkt und die Ausbildung ausgeweitet werden.
Mit Kundgebungen am Mittwoch, 8. Juni 2011, an allen vier Airbus-Standorten wollen die Beschäftigten den Druck auf das Unternehmen erhöhen. Dieses hatte in der letzten Verhandlungsrunde nur eine Beschäftigungssicherung bis 2012 angeboten.
„Wir wollen jetzt Klarheit für die nächsten Jahre schaffen und Standorte, Beschäftigung
und Einkommen bis zum Jahr 2020 sichern“, erklärte Daniel Friedrich, Tarifsekretär und Verhandlungsführer der IG Metall Küste bei Airbus, heute in Hamburg. Die von Airbus angebotene Beschäftigungs- und Standortsicherung bis Ende 2012 ist für die IG Metall und den Gesamtbetriebsrat keine verhandlungsfähige Grundlage. „Angesichts der aktuellen Auftragslage und der beinahe täglichen Erfolgsmeldungen ist das eine Provokation gegenüber Beschäftigten und Arbeitnehmervertretern,“ so Friedrich.
Nach dem Willen von IG Metall und Gesamtbetriebsrat sollen Leiharbeitnehmer künftig nach 24 Monaten fest bei Airbus übernommen werden. Arbeitspakete, unter anderen im Engineering, dürften demnach nicht ohne weitgehende Beteiligung der Beschäftigten und Betriebsräte wahllos an Dritte vergeben werden. „Wir brauchen Flexibilität, diese darf aber nicht auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden. Dazu brauchen wir bessere und verbindlichere Regelungen als bisher“, forderte Johann Dahnken, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrates Airbus Operation. Über die Hälfte der Leiharbeitnehmer sei bereits länger als 24 Monate bei Airbus beschäftigt.
Es sei nicht akzeptabel, dass das Unternehmen ihnen keine Perspektive biete. Inakzeptabel ist für ihn auch die Zunahme von Fremdvergaben. „Das sind Fehlentwicklungen, die gestoppt werden müssen!“ Dafür soll unter anderem die Ende 2012 auslaufende SIDUFLEX-Regelung („Sicherheit durch Flexibilität“ von 2003) optimiert und verlängert werden.
Die IG Metall ruft für Mittwoch, 8. Juni 2011, zu Kundgebungen vor den Airbus-Standorten auf. Als Reaktion auf das Verhalten der Arbeitgeberseite wollen die Beschäftigen Airbus die „gelbe Karte“ zeigen. „Die Beschäftigten in Bremen, Buxtehude, Finkenwerder und Stade werden deutlich machen, was sie vom „Angebot“ des Arbeitgebers halten: Nichts!“, erklärte Eckard Scholz, Erster Bevollmächtigter und Geschäftsführer der IG Metall Region Hamburg. Er stellte klar: „Das ist eine erste Reaktion der Beschäftigten. Wir stehen erst am Anfang der Auseinandersetzung. Wenn Airbus sich nicht in den Verhandlungen bewegt, dann werden wir uns weiter bewegen!“
Die Kundgebungen finden zeitgleich am Mittwoch, 8. Juni 2011, um 10:30 Uhr jeweils vor dem Werkstor statt. Redner in Bremen sind u.a.:
Kontakt vor Ort: Dieter Reinken
0171/ 331 71 92
www.igmetall-kueste.de
Medieninformation der IGM Küste v. 06.06.11 / sh