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Armut und Lebenserwartung (Klicken, um zu vergrößern)
Die soziale Spaltung der Gesellschaft ist in Bremen und Bremerhaven besonders drastisch. Bremen als Bundesland ist bei den Ausgaben für öffentliche soziale und kulturelle Einrichtungen das bundesweite Schlusslicht. Diese Zustände sind unhaltbar und erfordern einen grundsätzlichen Politikwechsel.
Armut und soziale Ausgrenzung sind keine Randphänomene mehr; sie gehören längst zum traurigen Alltag von hundertausend Menschen dieser Stadt. Armut prägt das Gefüge Bremens und hat zu einer skandalösen Schieflage von Arm und Reich geführt. Im Zentrum einer sozial gerechten Politik steht für DIE LINKE deshalb die Schaffung sozialer und wirtschaftlicher Teilhabe- und Verwirklichungschancen für alle Menschen. Denn Armut führt zu sozialer und kultureller Ausgrenzung. Armut hindert die Menschen daran, sich so zu verwirklichen, wie es ihren individuellen Fähigkeiten und Lebensentwürfen entspricht. Armut und soziale Ausgrenzung stellen aber nicht nur individuelle Problemlagen dar, sondern auch gesellschaftliche. Sie berühren den Zusammenhalt der Gesellschaft gravierend. Die Stärkung des gemeinsamen Wohlstands und des Gemeinwohls, der öffentlichen Güter, ist daher eine fundamentale Bedingung für eine sozial gerechte und solidarische Gesellschaft. Die Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung ist ein wesentlicher Bestandteil einer teilhabefördernden Politik, die gleiche Chancen für alle sichert und den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärkt.
Die soziale Spaltung Bremens
(Auszug aus dem aktuellen Armutsbericht der Arbeitnehmerkammer Bremen)
"Das Problembewusstsein beim Thema ›soziale Segregation‹ – als Wohn- oder ethnische Segregation – scheint gerade in letzter Zeit gewachsen. Denn die sozialen und ökonomischen Kontraste zwischen verschiedenen Wohngebieten gewinnen immer härtere Konturen. Auch wenn das äußere Erscheinungsbild nicht gleich darauf hinweist, sind einige Quartiere am ›Abdriften‹ und verlieren sichtbar an Lebensqualität. Sorgen bereitet auch die ethnische Segregation.
Entstehen ›Parallelgesellschaften‹, soziokulturelle und sprachliche Enklaven, die einer Integration der Zuwanderer hinderlich sind? Es scheinen sich in einigen Stadtteilen vor allem ›soziale Probleme‹ unterschiedlicher Art zuzuspitzen, die Folge einer zunehmenden Armut sind. Ebenso werden in einigen Gebieten wachsende ›Konfliktpotenziale‹ und eine räumlich vermittelte Randständigkeit gesellschaftlicher Gruppen als Gefahr gesehen. Die Rede ist von einer sozialen ›Spaltung‹ und ›Polarisierung‹ der Stadt, deren Integrationsfähigkeit mit dem Niedergang von Quartieren auf die Probe gestellt wird.
Extreme Unterschiede zwischen – in mehrfacher Hinsicht – sehr ›wohlhabenden‹ und ›armen‹ Gebieten rechtfertigen es, hier von einer deutlichen sozialräumlichen Polarisierungauszugehen. Dazu einige illustrierende Daten, die auf aktuelle sowie Untersuchungen der vergangenen Jahre beruhen:
Eine sozial verantwortliche Landesregierung muss sich auf Bundesebene für eine Sozial- und Arbeitsgesetzgebung einsetzen, die mit der neoliberalen Politik der letzten Jahre und Jahrzehnte Schluss macht und die Grundrechte der abhängig Beschäftigten, der sozial Schwächeren und geringer Bezahlten sichert:
Auf der Ebene der Landespolitik sind die Kernpunkte:
Manfred Steglich
13 Prozent der Bundesbürger gelten als arm, weiteren 13 Prozent sind von Armut bedroht. Zu diesem Ergebnis kommt der dritte Armutsbericht der Bundesregierung. Das sei eine Schande für Deutschland sagte Parteichef Oskar Lafontaine (DIE LINKE).
Katja Kipping wies zudem nach, dass die Zahlen des Armutsberichtes geschönt sind. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung hatte berechnet, dass knapp jeder fünfte Bundesbürger in Armut lebt. Kipping und Klaus Ernst, beide stellvertretende Parteivorsitzende, geißelten die fortgesetzte Umverteilung von unten nach oben und warben für einen gesetzlichen Mindestlohn, eine repressionsfreie Grundsicherung und die steuerliche Entlastung unterer und mittlerer Einkommen.
Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch wies darauf hin, die zunehmende Armut in Deutschland sei das "Ergebnis der Regierungspolitik von Rot-Grün bis Schwarz-Rot".