DIE LINKE. Bremen
Eine Glosse zur Bewertung der Wahlsiege unserer Partei in Hessen und Niedersachsen in der medialen Öffentlichkeit:
Die LINKE geistert derzeit bedacht mit dem Jargon des Kalten Krieges durch die deutschen Medien. Wir sind natürlich „Postkommunisten“ die zur „Westoffensive“ ansetzen und „SED-Anhänger“ oder „DDR-Nostalgiker“. Die deutsche Wirtschaft wird jetzt ganz schnell ins Ausland abwandern….
Und weil die Parteien am rechten Rand kaum präsent waren, haben die Bürger eben dann die LINKE gewählt. Aus Protest. Es gab ja keine andere „Protestpartei“ zur Auswahl.
Die Wähler der LINKEN sind ein „Sammelsurium von Protestlern“ auch nach Meinung von Kurt Beck (SPD). Es geht nicht um die politischen Ziele für die wir gewählt worden sind. Nein – denn der Wähler der LINKEN ist ein bisschen dumm und oberflächlich, lediglich Protesthaltung wird ihm zugestanden vom politischen Gegner.
Jedoch:
Die wirkliche und wahre Wahlanalyse lautet so: Nach 18 Jahren Einheit ist der Westen Deutschlands so sehr von den Ostdeutschen – sprich Ossis – unterwandert, dass diese für das Wahlergebnis der Partei DIE LINKE gesorgt haben. Die Ossis im Westen wollten eben auch mal zeigen, dass sie eine Macht haben können im Westen der Republik.
Unser persönlicher Parteienforscher Lothar Probst von der Universität Bremen könnte doch mal versuchen diese These zu verifizieren.
Aber Ironie beiseite:
Die Etablierten und Besitzstandswahrenden wehren sich mit Händen und Füßen gegen die Erkenntnis, dass Deutschland in Ost und West im Fünfparteiensystem angekommen ist.
Selbst „buten un binnen“ (Radio Bremen) hat sich noch nicht dieser Realität gestellt und nur vier Parteien zur Wahlanalyse eingeladen. Es fehlte – natürlich – die LINKE.
Thea Kleinert
kultur- und medienpolitische Sprecherin des LV Bremen