DIE LINKE. Bremen
Bevor noch der neue Holding-Chef Dr. Diethelm Hansen "seine" Kliniken richtig von innen gesehen hat, weiß er schon, dass 18% der Personalkosten, d.h. 1000 Vollzeitstellen abgebaut werden sollen. Was keiner begreift, am wenigsten die betroffenen Mitarbeiter: er fängt mit dem Sanieren ausgerechnet im Klinikum Links-der-Weser, das schwarze Zahlen schreibt, an. Hier sollen (als unmittelbar bevorstehende Maßnahme) zunächst noch im Jahr 2008 73 befristete und auslaufende Stellen nicht verlängert und dauerhaft 21 Vollzeitstellen gestrichen werden. Wie Diethelm Hansen das umsetzen will, ist bis jetzt ein Rätsel. Es existiert dafür kein Unternehmens-, kein Sanierungs-, kein Reorganisations- und kein Personalkonzept. Was die Stellenstreichung für Folgen hat, ist egal. Qualitätsverschlechterung, niedrigere Fallzahlen, damit niedrigere Erlöse, Verschlechterung des Images und der Wettbewerbsposition - egal. Man kennt ja das alte Sanierungsmotto der Unternehmensberater: "Es wird - kurzfristig - gespart, egal, was es - langfristig - kostet"!
Belegschaft und Betriebsrat fühlen sich von der neuen Gesundheitspolitik durch Rot-Grün massiv bedroht. Sie haben 800 Unterschriften gesammelt und wollten sie dem Bürgermeister übergeben und gleichzeitig in ihre nächste Betriebsversammlung einladen. Böhrnsen war aber nicht da (sondern in Berlin beim Vermittlungsausschuss).
Ca. 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vom Klinikum Links-der-Weser hatten sich gestern um 14 Uhr vor der Bürgerschaft versammelt. Auf vielen Schildern und Plakaten, in vielen Reden, Statements, Sprechchören und Pfiffen machten sie ihrem Unmut Luft.
Als dann so langsam die Abgeordneten von ihrer Mittagspause wieder eintrudelten und ihre Beratungen in der Bürgerschaft fortsetzen wollten, mussten sie sich erst die Forderungen und Argumente der Demonstranten anhören. Einige der Abgeordneten, z.B. die LINKEN Jost Beilken und Peter Erlanson, ergriffen zur Unterstützung der Demonstration das Wort und das Mikrofon. Andere, wie z.B. der SPD-Gesundheitspolitiker Winfried Brumma, stellten sich wenigstens der Diskussion. Martin Prange, Büroleiter von Jens Böhrnsen, hatte große Mühe, das Fernbleiben seines Chefs zu erklären.
Die Unruhe und die Empörung im LdW sind groß und werden täglich größer. Dieses Krankenhaus ist nicht privat, es ist ein öffentliches Krankenhaus. Der Bürgermeister, die Gesundheits- und Finanzsenatorinnen, die SPD- und Grünen-Abgeordneten in der Bürgerschaft, die Mehrheit im Krankenhausausschuss - sie verantworten die Krankenhauspolitik in Bremen. Sie treffen die endgültigen Entscheidungen. Und sie sind jetzt damit einverstanden, dass ein beliebter und erfolgreicher Geschäftsführer gekündigt wird. Und sie haben bis heute dafür keine Begründung liefern können.
Trotzdem tut "die Politik" so, als ob sie das alles nichts anginge, und als ob das alles jetzt eine Angelegenheit der GmbH-Geschäftsführer wäre. Und sowieso alles der betriebswirtschaftlichen Logik folgen würde.
Gerade das aber ist so eine Sache. Der Betriebsrat präsentierte auf der Demonstration seine sehr schlüssige Argumentation: