DIE LINKE.  Bremen 


16. April 2010

Bremen als Hochburg von „Leiharbeit“

Moderne Sklavenarbeit: Durchschnittlich verdienen „Leiharbeiterinnen“ 40 Prozent weniger als Stammbelegschaften. (ver.di)

Mit der befristeten Einstellung und schnellen Kündigung von Arbeitskräften wälzen die Unternehmen die Folgen der kapitalistischen Krise zunehmend auf die lohnabhängig Beschäftigten ab. So verwundert es nicht, dass die Arbeitgeber landein, landab die sogenannte Leiharbeit als „flexibles Instrument“ zur „Bekämpfung“ der Erwerbslosigkeit beschwören. So auch in Bremen. Mitte 2009 gab es im Bundesland Bremen 414 Verleihbetriebe, davon allein 103 in Bremerhaven. Insgesamt waren zu diesem Zeitpunkt 10.931 Bremerinnen und Bremer in dieser modernen Form von Sklavenarbeit beschäftigt.

Durchschnittlich verdienen „Leiharbeiterinnen“ 40 Prozent weniger als die Stammbelegschaften. Befristete Leiharbeitsverhältnisse, ständig wechselnde Arbeitsplätze und permanente Unsicherheit machen jedoch eine normale und menschenwürdige Lebensplanung so gut wie unmöglich. Leiharbeit verstößt aber nicht nur gegen die Würde der Menschen sondern schwächt auch die Durchsetzungsfähigkeit der Gewerkschaften in den Betrieben. Deshalb fordert DIE LINKE eine massive Einschränkung der Leiharbeit, den Ausbau des Kündigungsschutz und die Einschränkung von Befristungsmöglichkeiten.

Laut Inga Nitz, arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Linksfraktion in der Bremischen Bürgerschaft, sollte „das verheerende Problem zunehmender Leiharbeit" auch auf Landesebene angegangen werden. In diesem Zusammenhang fordert die Abgeordnete eine gemeinsam getragene Kampagne gegen ungleiche Lohnverhältnisse in Bremen.

Zu einer solchen Offensive gehöre vor allem auch ein konsequentes Verfolgen von gesetzlichen Schlupflöchern hinsichtlich Mindestlohn und Tarifflucht. Hier sei dem rot-grünen Senat entgegen seiner markigen Versprechungen bereits vieles „durch die Lappen gegangen“. Weitere Bundesinitiativen, ‚um dem Ziel der Gleichbehandlung möglichst nah zu kommen‘, blieben gut und nötig: Der Blick sollte aber nicht nur nach Berlin, sondern auch vor die eigene Haustür gehen. Zu beanstanden sei außerdem, dass Leih- und Zeitarbeit sowie andere atypische Beschäftigungsverhältnisse in den statistischen Erhebungen bislang gar nicht vorkommen. Inga Nitz: „Neoliberale Entwicklungen und Missstände, wie etwa die enorme Zunahme von Leiharbeit, fallen somit laufend durch das Berichtsraster oder werden zum Teil sogar bewusst  von den Statistiken der Agentur für Arbeit ‚schönbewertet‘. Es wird Zeit, dass sich SPD und Grüne diesen Herausforderungen stellen.“

(ms)

 

Quelle: http://www.dielinke-bremen.de/nc/politik/aktuell/detail/artikel/bremen-als-hochburg-der-leiharbeit/