Wie die Gewerkschaft Nahung-Genuss-Gaststätten (NGG) heute mitteilte, verlief im Konflikt um die Gründung von Betriebsräten bei McDonald´s in Bremen und Stuhr am Dienstag die erste Güteverhandlung erfolglos. Befremdlich bewertet NGG die Tatsache, dass McDonald´s versuchte, sich insgesamt aus dem Prozess zu stehlen. Das Gericht rügte auf Antrag, dass die NGG nicht antragsberechtigt sei. Hintergrund ist, dass der ehemalige Betriebsratsvorsitzende wegen Mobbing auf dringenden ärztlichen Rat außerordentlich gekündigt hat. NGG hat mittlerweile Klage auf Schadensersatz und Schmerzensgeld eingeleitet.
"Ja, wir haben weitere NGG-Mitglieder in diesen und anderen Restaurants und wir werden weiterhin ihre Interessen vertreten statt uns auf einen faulen Handel mit Herrn Herrmann einzulassen", erklärte Christian Wechselbaum, zuständiger Gewerkschaftssekretär der NGG Region Bremen-Weser-Elbe. "Es ist bedauerlich, dass es zu keiner gütlichen Einigung gekommen ist, obwohl die Fehler im Wahlverfahren dermaßen offensichtlich sind."
Nachdem sich infolge der Medienberichte immer mehr Beschäftigte bei NGG mit weiteren Fällen meldeten plant die NGG jetzt ein "Schwarzbuch McDonald´s". Beschäftigte in der Region können sich an NGG wenden und anonym über ihre Arbeitsbedingungen berichten. Auf der Internetseite www.ngg-bremen.de wurde ein Kontaktbereich für Beschäftigte von McDonald´s eingerichtet.
"Die Vorfälle in Brinkum sind nur die Spitze des Eisberges. Während McDonald´s Deutschland sich als positiver Arbeitgeber verkauft, machen die hiesigen Franchisenehmer, allen voran Herr Herrmann aus Bremen, offensichtlich weiter wie sie wollen. Wir wollen die Mitarbeiter ermutigen uns von ihren Arbeitsbedingungen zu erzählen und werden die gesammelten Fälle öffentlich präsentieren.", so Wechselbaum zum geplanten Schwarzbuch.