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30. Juni 2010

Jeder fünfte Bremer ist von Armut bedroht

DIE LINKE in Bremen fordert einen "Masterplan Armutsbekämpfung"

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes waren 2008 22 Prozent aller Bremerinnen und Bremer von Armut bedroht. Damit bildet Bremen mit Leipzig (27 Prozent) die traurige Spitze aller deutschen Großstädte. Als armutsgefährdet gilt, wer über weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens verfügt. Diese Ergebnisse beruhen auf einer Auswertung des Mikrozensus für die 15 Großstädte Deutschlands mit einer Bevölkerung von mehr als 500 000 Personen. 

Aus Sicht der Linken erfordert Armutsbekämpfung ein gezieltes und entschlossenes Gegensteuern. Voraussetzung hierfür sind der politische Wille zur Veränderung und ein klares Konzept, in dem die gemeinsame Bekämpfung der Armut und die Beseitigung ihrer Ursachen in den Mittelpunkt gestellt werden. Und genau deshalb fordert DIE LINKE in Bremen ein ressortübergreifendes Gesamtkonzept in Form eines „Masterplan Armutsbekämpfung“.
 

Tabelle A.1.1.05 Bremen: Armutsgefährdungsquote1) nach soziodemografischen Merkmalen

<><></></><><></></>

Merkmal

Armutsgefährungsquote1)

(gemessen am Bundesmedian)

%

Jahr

2005

2006

2007

2008

Insgesamt

22,3

20,4

19,1

22,2

Alter

Unter 18

34,9

31,3

26,3

32,7

18 bis unter 25

43,2

41,7

32,6

35,6

25 bis unter 50

24,2

21,7

21,4

24,7

50 bis unter 65

12,5

12,7

14,2

13,9

65 und älter

9,0

(7,5)

8,3

11,2

Geschlecht

Männlich

22,7

21,1

20,3

22,7

Weiblich

21,9

19,8

18,0

21,8

Alter und Geschlecht

Männlich

18 bis unter 25

43,5

41,2

(28,4)

(34,9)

25 bis unter 50

24,5

22,2

22,6

25,6

50 bis unter 65

(13,0)

(13,6)

(16,5)

(13,6)

65 und älter

.

.

.

.

Weiblich

18 bis unter 25

42,8

42,2

36,3

36,2

25 bis unter 50

23,8

21,1

20,2

23,7

50 bis unter 65

(12,0)

(11,8)

(12,0)

(14,2)

65 und älter

(9,7)

(8,4)

(8,5)

(12,4)

Nach Haushaltstyp2)

Einpersonenhaushalt

28,0

23,1

26,8

28,8

Zwei Erwachsene ohne Kind

6,7

6,9

8,1

10,4

Sonstiger Haushalt ohne Kind

18,1

17,2

(12,2)

14,2

Ein(e) Erwachsene(r) mit Kind(ern)

45,0

41,5

42,4

49,8

Zwei Erwachsene und ein Kind

20,3

24,0

(14,2)

(21,2)

Zwei Erwachsene und zwei Kinder

22,6

22,6

19,0

17,3

Zwei Erwachsene und drei oder mehr Kinder

47,2

(30,1)

.

(39,1)

Sonstiger Haushalt mit Kind(ern)

38,5

37,7

27,8

29,9

Nach Erwerbsstatus3)

Erwerbstätige

11,5

10,7

10,9

11,8

Selbständige (einschließlich mithelfende Familienangehörige)

.

.

.

.

abhängig Erwerbstätige

12,0

10,9

10,9

12,0

Erwerbslose

58,1

53,6

62,1

68,7

Nichterwerbspersonen

25,0

23,6

21,2

26,8

Rentner/-innen und Pensionäre/Pensionärinnen4)

8,9

7,7

8,1

10,6

Personen im Alter von unter 18 Jahren

35,3

31,7

26,5

33,1

sonstige Nichterwerbspersonen

41,5

41,6

38,7

47,7

Nach Qualifikationsniveau5) der Person mit dem höchsten Einkommen im Haushalt (Haupteinkommensbezieher)

Niedrig (ISCED 0 bis 2)

42,4

38,7

37,1

43,7

Mittel (ISCED 3 und 4)

16,5

16,6

16,5

19,1

Hoch (ISCED 5 und 6)

9,8

8,5

(6,8)

8,1

Nach Qualifikationsniveau5) (Personen im Alter von 25 Jahren und älter)

Niedrig (ISCED 0 bis 2)

28,8

26,4

28,4

31,6

Mittel (ISCED 3 und 4)

12,9

12,5

13,4

15,4

Hoch (ISCED 5 und 6)

(10,0)

(7,9)

(7,4)

(8,8)

Staatsangehörigkeit

Ohne deutsche Staatsangehörigkeit

50,6

50,9

43,6

53,7

Mit deutscher Staatsangehörigkeit

18,0

15,7

15,4

17,5

Migrationshintergrund6)

Mit Migrationshintergrund

43,2

41,6

35,9

43,0

Ohne Migrationshintergrund

15,2

13,2

13,2

14,5

Ergebnisse des Mikrozensus, IT.NRW

1) Anteil der Personen mit einem Äquivalenzeinkommen von weniger als 60% des Medians der Äquivalenzeinkommen der Bevölkerung in Privathaushalten am Ort der Hauptwohnung. Das Äquivalenzeinkommen wird auf Basis der neuen OECD-Skala berechnet.
2) Zu den Kindern zählen Personen im Alter von unter 18 Jahren ohne Lebenspartner/-in und eigene Kinder im Haushalt.
3) Nach dem "Labour-Force-Konzept" der International Labour Organization (ILO).
4) Personen mit Bezug einer eigenen (Versicherten-) Rente, Pension und Personen im Alter von 65 Jahren und älter mit Bezug einer Hinterbliebenenrente, -pension.
5) Das Qualifikationsniveau wird entsprechend der internationalen Klassifikation des Bildungswesens (ISCED) bestimmt.
6) Als Person mit Migrationshintergrund gilt, wer eine ausländische Staatsangehörigkeit besitzt, oder im Ausland geboren wurde und nach 1949 zugewandert ist, oder in Deutschland geboren ist und eingebürgert wurde, oder ein Elternteil hat, das zugewandert ist, eingebürgert wurde oder eine ausländische Staatsangehörigkeit besitzt.
() Aussagewert eingeschränkt, da der Wert Fehler aufweisen kann (zugrunde liegende Fallzahl hochgerechnet zwischen 5 000 und 10 000).
. Keine Angabe, da der Zahlenwert nicht sicher genug ist (zugrunde liegende Fallzahl hochgerechnet kleiner 5 000).

  

 

 

Tabelle A.2 Armutsgefährdungsschwellen in € nach Haushaltstyp

<><></></><><></></>

Land

Einpersonen-Haushalte1)

Jahr

2005

2006

2007

2008

Baden-Württemberg

800

811

831

856

Bayern

787

796

817

846

Berlin

692

704

721

731

Brandenburg

661

677

701

734

Bremen

662

668

711

726

Hamburg

762

787

812

845

Hessen

781

786

815

828

Mecklenburg-Vorpommern

615

626

633

654

Niedersachsen

730

731

752

768

Nordrhein-Westfalen

739

748

763

785

Rheinland-Pfalz

755

771

786

803

Saarland

701

707

720

762

Sachsen

653

668

677

698

Sachsen-Anhalt

630

640

655

677

Schleswig-Holstein

757

783

790

819

Thüringen

640

654

673

699

Bundesrepublik Deutschland

736

746

764

787

Nachrichtlich

Früheres Bundesgebiet (ohne Berlin)

762

772

791

814

Neue Bundesländer (einschließlich Berlin)

651

664

679

702

Ergebnisse des Mikrozensus, IT.NRW

<><></></><><></></>

Land

Haushalte mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern unter 14 Jahren2)

Jahr

2005

2006

2007

2008

Baden-Württemberg

1.681

1.703

1.746

1.797

Bayern

1.653

1.672

1.716

1.776

Berlin

1.453

1.479

1.513

1.536

Brandenburg

1.388

1.422

1.473

1.542

Bremen

1.391

1.402

1.492

1.524

Hamburg

1.600

1.653

1.704

1.775

Hessen

1.639

1.650

1.712

1.738

Mecklenburg-Vorpommern

1.292

1.315

1.329

1.374

Niedersachsen

1.533

1.535

1.579

1.613

Nordrhein-Westfalen

1.551

1.570

1.602

1.649

Rheinland-Pfalz

1.585

1.618

1.652

1.687

Saarland

1.472

1.485

1.511

1.601

Sachsen

1.371

1.403

1.421

1.466

Sachsen-Anhalt

1.324

1.344

1.376

1.422

Schleswig-Holstein

1.590

1.645

1.658

1.720

Thüringen

1.344

1.373

1.413

1.469

Bundesrepublik Deutschland

1.545

1.567

1.605

1.652

Nachrichtlich

Früheres Bundesgebiet (ohne Berlin)

1.600

1.621

1.661

1.710

Neue Bundesländer (einschließlich Berlin)

1.366

1.394

1.425

1.473

Ergebnisse des Mikrozensus, IT.NRW

1) 60% des Medians der auf der Basis der neuen OECD-Skala berechneten Äquivalenzeinkommen der Bevölkerung in Privathaushalten am Ort der Hauptwohnung.
2) Armutsrisikoschwelle für Einpersonenhaushalte multipliziert mit dem Bedarfsgewicht des Haushalts nach neuer OECD-Skala (2,1).

 

Tabelle B.1 Mindestsicherungsquote1) in % nach Bundesländern im Dezember 2008

 

Land

Insgesamt

Männlich2)

Weiblich2)

Baden-Württemberg

5,1

4,8

5,2

Bayern

4,7

4,4

4,8

Berlin

19,3

20,1

18,4

Brandenburg

13,1

13,4

12,7

Bremen

16,3

16,4

16,2

Hamburg

13,1

13,2

12,9

Hessen

8,5

8,3

8,5

Mecklenburg-Vorpommern

15,5

15,9

15,0

Niedersachsen

9,6

9,4

9,6

Nordrhein-Westfalen

10,3

10,1

10,4

Rheinland-Pfalz

7,0

6,7

7,1

Saarland

9,1

8,9

9,2

Sachsen

12,7

13,0

12,3

Sachsen-Anhalt

15,4

15,8

14,9

Schleswig-Holstein

9,7

9,7

9,6

Thüringen

11,1

11,1

11,0

Bundesrepublik Deutschland

9,3

9,2

9,3

Nachrichtlich

Früheres Bundesgebiet (ohne Berlin)

8,0

7,8

8,1

Neue Bundesländer (einschließlich Berlin)

14,6

15,0

14,1

1) Die Mindestsicherungsquote gibt die Empfänger/-innen folgender Leistungen als Anteil an der Gesamtbevölkerung wieder:
- Leistungen nach dem SBG II
- Hilfe zum Lebensunterhalt außerhalb von Einrichtungen nach dem SBG II
- Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung nach dem SGB XII
- Regelleistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz
- laufende Leistungen der Kriegsopferfürsorge
Bestand Dezember 2008

2) Ohne Kriegsopferfürsorge.

Quellen:
Für SGB II-Daten: Statistik der Bundesagentur für Arbeit
Für alle weiteren Daten: Statistische Ämter des Bundes und der Länder

(ms)