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28. Juli 2010

Bremer Friedensforum unterstützt Unterschriftenaktion gegen den Krieg in Afghanistan

Peacezeichen auf dem Marktplatz zum Jahrestag der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki, aus der Bürgerschaft heraus fotografiert.

Das Bremer Friedensforum startet auch in Bremen eine Unterstützung der bundesweiten Unterschriftenkampagne gegen den Krieg in Afghanistan. Hier die Unterschriftenliste zum download.

Den Initiatoren ist es gelungen, ein breites Bündnis der gesamten Friedensbewegung und vieler weiterer Gruppen für diese Aktion zusammenzubringen. Zu den ErstunterzeichnerInnen gehören u.a. folgende bundesweite Organisationen: Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF) * Bundesausschuss Friedensratschlag * Bund für Soziale Verteidigung (BSV) * Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) * Internationaler Versöhnungsbund - Deutscher Zweig e.V. * Juristinnen und Juristen gegen atomare, biologische und chemische Waffen (IALANA) * Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges, Ärzte in sozialer Verantwortung e.V. (IPPNW) * Kooperation für den Frieden * Naturwissenschaftlerinitiative für Frieden und Zukunftsfähigkeit * pax christi, Internationale Katholische Friedensbewegung, Deutsche Sektion * Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten (VVN-BdA).

Der Appell fordert den sofortige Beginn des Abzugs der Bundeswehr aus Afghanistan. Die Friedensbewegung erhofft sich mit diesem Appell, dass die Diskussion in alle gesellschaftlichen Bereiche getragen und der Protest breite Unterstützung finden wird. Die Unterschriftenkampagne enthält drei klare Forderungen: Die Bundeswehr müsse "alle Kampfhandlungen" beenden, "sofort" mit dem Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan beginnen und die dadurch frei werdenden Gelder zur Verbesserung der Lebensbedingungen der afghanischen Bevölkerung einsetzen. Nach Auffassung der Friedensbewegung sind das die unverzichtbaren Voraussetzungen für einen "selbstbestimmten Friedensprozess" in Afghanistan.

Bemerkenswert ist die Unterstützung vom P.E.N. Zentrum Deutschland. Dessen Präsident Johano Strasser verwies bei der Vorstellung der Kampagne auf eine Resolution, die der Schriftstellerverband auf seiner jüngsten Jahrestagung einstimmig verabschiedet hat und worin das Scheitern des Kriegseinsatzes konstatiert und der Wunsch nach einem "raschen Abzug" der Bundeswehr geäußert wird.

Johano Strasser wörtlich: "Das Ergebnis des Krieges ist verheerend." Der P.E.N. Präsident unterschrieb als erster demonstrativ den Appell der Friedensbewegung.

Für die Friedensbewegung ist das Engagement des Schriftstellerverbands Ausdruck des wachsenden Unmuts in der Bevölkerung über den "verheerenden Krieg". Christine Hoffmann von der katholischen Friedensbewegung pax christi erinnert an die Erklärung des Fuldaer Bischofs und pax-christi-Präsidenten Algermissen: "Mut zur Wahrheit: Der Militäreinsatz ist gescheitert". Sie fordert ein Ende der Kampfhandlungen, weil nur dann ziviler Aufbau und Versöhnung möglich sind. Für Monty Schädel, Vertreter der "Kooperation für den Frieden" und Geschäftsführer der Deutschen Friedensgesellschaft-Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) war der Afghanistan-Krieg von Anfang an falsch. "Krieg machen kann jeder; jetzt braucht es den Willen zum Frieden." Peter Strutynski, Sprecher des Bundesausschusses Friedensratschlag, weist auf die steigenden Kosten des Krieges hin. Nach einer aktuellen Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung belastet der Einsatz am Hindukusch, wenn man alle
Folgekosten hinzu rechnet, den Bundeshaushalt mit dem Dreifachen dessen, was der Verteidigungsetat offiziell angibt: Statt 1,059 Mrd EURO müsse mit drei Milliarden pro Jahr gerechnet werden. Eine Beendigung des Krieges wäre also ein echter und zudem "sozialverträglicher" Beitrag zum Schuldenabbau des Bundes - selbst wenn eine Milliarde davon für die Lebensbedingungen der afghanischen Bevölkerung eingesetzt würde.

Der Unterschriftenappell soll nun über die bundesweiten Organisationen und die vielen lokalen und regionalen Initiativen der Friedensbewegung in der
Bevölkerung verbreitet werden. Er wird in die Kirchen und Gewerkschaften, in andere soziale Bewegungen, Parteien und Verbände, in Schulen und
Hochschulen, in Betriebe und Verwaltungen hinein getragen. Bei einigen Organisationen (z.B. bei der IPPNW unter www.ippnw.de und unter www.frieden-mitmachen.de) kann der Appell auch online unterzeichnet werden.

Das Bremer Friedensforum unterstützt die Unterschriftenkampagne gegen Krieg in Afghanistan und bittet alle angemailten EmpfängerInnen, die Listen herunterzuladen und im Freundes-und Bekanntenkreis zu verbreiten.
(sh)

www.bremerfriedensforum.de

Terminhinweis: am 6. August 2010 von 12 - 13 Uhr auf dem Marktplatz Aktion zum 65. Jahrestag der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki.