Zurück zur Startseite
28. Januar 2010 Plattformen, LAG und IG

Gegen Arbeitsplatzabbau - für den politischen Streik

Konsequent links!

Angesichts  der  Erklärung  von  Oskar  Lafontaine  auf  der Pressekonferenz  am  23.01.2010,  auf  dem Parteitag in Rostock im Mai 2010 nicht wieder für die Funktion des Parteivorsitzenden zu kandidieren, erklärt der BundessprecherInnenrat der AG Betrieb & Gewerkschaft der Partei DIE LINKE:

Wir  bedauern  zutiefst  die  Entscheidung  von Oskar  Lafontaine.  Gleichwohl  respektieren wir diese ohne Einschränkung. Als Erstes bedanken wir uns bei Oskar für die geleistete Arbeit ohne die der Erfolg der Partei DIE  LINKE  in  dieser  Form  überhaupt  nicht  möglich  gewesen  wäre.  Er  hat  entscheidende Beiträge zum linken Profil der Partei geleistet.

Er  hat  deutlich  gemacht,  dass  eine  sozialistische  Partei  in  erster  Linie
ArbeitnehmerInneninteressen und die Interessen der sozial Schwachen im Auge haben muss. Oskar Lafontaine  ist es zu verdanken, dass die Frage des politischen Generalstreiks auch  in Teilen der Gewerkschaften wieder  zum Thema wurde. Die Frage des politischen Streiks, bis zum  Generalstreik,  als  Kampfmittel  auch  für  die  Bundesrepublik  werden  wir  weiter  in  die Öffentlichkeit tragen.

Mit Oskar Lafontaine teilen wir die Meinung, dass die Partei die LINKE keiner Reduzierung von Arbeitsplätzen  im Öffentlichen Dienst  zustimmen  darf, wie  zuletzt  in Brandenburg.  Zu einer Reduzierung  des  Öffentlichen  Dienstes  und  der  Vernichtung  von  Arbeitsplätzen  wird  die LINKE  nicht  benötigt,  genauso  wenig  wie  für  Privatisierung.  Damit  verliert  sie  ihre Glaubwürdigkeit.

Zu  Recht  hat  Oskar  Lafontaine  darauf  hingewiesen,  dass  gerade  in  der  Krise  unsere Positionen  "Hartz  IV  abwählen",  "Für  einen  gesetzlichen  bundesweiten Mindestlohn  von 10Euro", "Gegen die Rente ab 67" und "Raus aus Afghanistan" sich bewährt haben und bei denBundestagswahlen honoriert wurden. Dieses deutliche Profil muss beibehalten werden. Bewährt  hat  sich  auch,  wie  mittlerweile  durch  den  DGB-Vorsitzenden  Sommer  indirekt bestätigt, unsere grundsätzliche Ablehnung des Lissabon-Vertrages. Es gibt keinen Grund für die Zustimmung zu diesem Vertrag beim Koalitionsvertrag in Brandenburg.

Wir  teilen  die  Einschätzung  von  Oskar  Lafontaine,  dass  die  Partei  sich  jetzt  auf  die Landtagswahlen  in  NRW  konzentrieren  muss,  damit  wir  dort  in  den  Landtag  einziehen.  Ausdrücklich  unterstützen  wir  die  Forderungen  des  NRW-Landesverbandes  nach  einer Vergesellschaftung der Energiekonzerne.

Wir  werden  am 17.  April  2010  in  Bochum  eine  Gewerkschaftskonferenz  durchführen,  um unseren Beitrag für einen erfolgreichen Wahlkampf zu leisten.

Die LINKE muss auch in der Programmdebatte an der klaren Entwicklung eines linken Profils arbeiten. Das beinhaltet auch, den Kapitalismus grundsätzlich  in Frage zu stellen. Auch hier werden wir unseren Beitrag leisten.

Die  SPD  wird  weiter  versuchen  die  LINKE  nach  rechts  zu  drücken.  Bezeichnend  ist  die Reaktion  des  Hartz-IV-  und  Afghanistan-Einsatz-Befürworters  Nils  Annen  (SPD),  der Hoffnung  Ausdruck  gab,  dass  nach  Oskar  Lafontaine  so  genannte  vernünftige  Leute  jetzt Einfluss in der Linkspartei bekommen würden.

Wir müssen  konsequent  links  bleiben. Daher schlagen wir  vor,  dass  die  Kerngedanken  der Rede  von Oskar Lafontaine am 19.  Januar 2010  in Saarbrücken als Beschlussvorschlag auf die erste Tagung des 2. Parteitages im Mai in Rostock eingebracht werden.

UnterzeichnerInnen:
Barbara Borchardt, Gerald Kemski, Heidi Kloor, Mike Lätzsch, Michael Schlecht, Holger
Vermeer, Ursula Weisser-Roelle, Sabine Wils

(ms)