Die CITO-Tests werden (Gesamtkosten pro Kind wenigstens 10 €), wenn sie in den Grundschulen stattfinden, grundsätzlich nicht von den LehrerInnen durchgeführt: Das sollen – entgegen vorheriger Aussagen – nun „Studierende“ machen. Mal abgesehen davon, dass sie weder die Kinder noch deren Umfeld kennen, also dort selbst fremd sind, bekommen sie mit den pädagogisch wichtigen Testergebnissen nie wieder etwas zu tun. Ähnliche Probleme gab es bereits im letzten Durchgang: Da waren es PraktikantInnen aus der ErzieherInnen-Fachschule Blumenthal.
Nochmal:
Die Begleitung der Kinder (durch ihre Eltern) zur Grundschule, an der getestet wird, soll auch ErzieherInnen der Kita möglich sein:
Die Behörde will den Eindruck vermitteln, dass dies von ihr unterstützt wird, was pädagogisch und emotional sicher auch gut gemeint ist, aber ein hohler Anspruch bleibt, wenn man weiß, dass den Kitas hierfür nur ein lächerliches Wegegeldanteil zusteht. Alles weitere müssen sie eben aus dem sowieso schon zu schmalen Stundenbudget herausschinden (oder baut die Behörde etwa darauf, dass es die KollegInnen aufgrund von Teilzeitarbeit und hoher beruflicher Motivation kostenlos machen?). Dagegen wehren sich jetzt Kita-LeiterInnen der freien Träger, indem sie diese Begleitung verweigern.
So durchgeführt, machen CITO-Tests keinen Sinn.
Inzwischen hagelt es nicht nur von Eltern wegen der Falschdarstellung durch die Senatorin, GEW erklärt weiterhin; dass: „….auch die unzähligen schulischen Tests in den letzten Jahren über PISA, TIMS, VERA, etc. nicht zu nachhaltiger Bildungsverbesserung und Chancengleichheit beigetragen haben, und der Landesverband Evangelischer Tageseinrichtungen (als größter freier KiTa-Träger) lehnte den Test rund heraus als "wertlos" ab. Das hat Herr Rohmeier aus der CDU-Fraktion der Bildungsbehörde zum Anlass genommen, der Bildungssenatorin mal wieder eins überzubraten, und für die kommende Bürgerschaftssitzung eine "aktuelle Stunde" beantragt. Titel: "Die Bildungssenatorin und die Wahrheit - was taugt CITO für Bremen und Bremerhaven wirklich"? Die Senatorin soll erklären, weshalb ein so wichtiges und umstrittenes Thema von ihrer Behörde offensichtlich derart nachlässig bearbeitet wurde. Außerdem, so die CDU, wird zu klären sein, welche Konsequenzen aus diesem Vorfall zu ziehen sind. Dass die CDU Beschwerden von Eltern aufgreift, ist ja nicht neu. Um nicht bloß populistisch zu bleiben, müsste sie sich nachdrücklich für echte Alternativen und eine wirklich gründliche Sprachförderung in den Kitas einsetzen:
DIE LINKE.Bremen verlangt in diesem Zusammenhang, dass es die Aufgabe der ErzieherInnen in den Kitas sein muss, die Beurteilung und Förderung ihrer Kinder vor Ort vorzunehmen. Sie sollen vor Ort umsetzen, was in Pädagogik und Sprachwissenschaft der unumstrittene Stand ist. Zur verbesserten Zusammenarbeit mit den aufnehmenden Grundschulen, müssen Anschlusskonzepte für die Sprachförderung der Kinder vorhanden und ausreichend Ressourcen zur Verfügung gestellt werden.
Michael Mork
(Bildungspolitischer Sprecher DIE LINKE in Bremen)