In einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" von heute will Jens Böhrnsen nach dem Wahldesaster der Sozialdemokraten "Tacheles" reden, und er ruft seine Partei auf, sich mit Schröders Sozialreformen und Münteferings Projekt "Rente mit 67" auseinanderzusetzen."
Unser Bürgermeister weiter: "Es ist offensichtlich, dass die SPD ein Glaubwürdigkeitsproblem hat, die Umfragen sagen das und die Wahl hat es in aller Deutlichkeit gezeigt. Das ist auch spürbar, wenn ich mit den Stahlkochern oder Werftarbeitern oder auch Erzieherinnen rede, die mir sagen, bei ihnen hält man es nicht bis 65 durch - da ist die Rente mit 67 schlich Rentenkürzung."
Die "Süddeutsche" fragt weiter: "Welche Inhalte muss die SPD künftig stark besetzen, um wieder Menschen zu erreichen, die sie früher gewählt haben?"
Antwort: "Der Kern sozialdemokratischer Politik ist die soziale Gerechtigkeit, dieses Profil muss wesentlich stärker nach außen getragen werden. Wir machen das in Bremen konkret, indem wir Beschäftigung fördern und aktive Arbeitsmarktpolitik machen, den Mindestlohn bei öffentlichen Vergaben durchsetzen, die benachteiligten Stadtteile stärken, indem wir die Tagesbetreuung für Kinder ausbauen, neue Ganztagsangebote in den Schulen einrichten und ein kostenloses Mittagessen in Kitas und Schulen anbieten."
Frage: "Viele frühere SPD-Wähler haben diesmal für die Linke gestimmt. Wie sollte die SPD künftig mit der Linkspartei umgehen?"
Antwort: "Eine Auseinandersetzung in Form von Schaukämpfen ist vollkommen überflüssig. Es kommt darauf an, die richtigen Themen richtig zu behandeln, so wie wir es in Bremen umsetzen. Dann findet eine Auseinandersetzung in der Sache statt."
Da steht ja einem rot-rot-grünen Bündnis in Bremen nicht mehr viel im Wege. Außer vielleicht diese hässliche Schuldenbremse, für die sich unser Bürgermeister seinerzeit, vor der Wahl, in der Föderalismuskommission so stark gemacht hat.
sh