
im Vereinsheim des FCB

Versammlungsleitung (v.l.n.r.) Raphael Ross, Marco Haar, Peter Hinz und Holger Fresen

Leyla Cimen von Airbus

in der Diskussion: Andreas Hoeborn
Das Komitee "Wir sind der GHB" hatte am 24. Oktober zu einer weiteren Informationsveranstaltung in das Vereinsheim des FCB in Bremerhaven eingeladen. Für große Empörung sorgte im Vorfeld ein neuer Brief von der Geschäftsleitung des Gesamthafenbetriebsvereins (GHB), den das Komitee auf seiner Homepage veröffentlicht hatte und der an alle Beschäftigten des GHB mit Hafenvertrag gegangen war. Angekündigt wurde darin - nach den spektakulären "Personalanpassungen" der letzten Zeit - neue Einsparungen. "Zur materiellen Stabilisierung der Verhältnisse", so hieß es darin, reiche das alles noch nicht. "Die tarifvertraglichen Nebenleistungen wie Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld, bezahlte freie Tage etc., (...) , sind nach wie vor zu hoch, um bereits im Jahr 2009 zu einem stabilen Ergebnis zu kommen." Die großen Hafenunternehmen planten weitere Einsparungen, was den Handlungsdruck für den GHB weiter verschärfe. Dann ohne Umschweife: "Damit keine Zweifel aufkommen: Sofern wir alle bereit sind, auf materielle Leistungen in erheblichem Umfang zu verzichten, besteht die große Chance, unsere Zukunft auch unter erschwerten Bedingungen zu sichern."
Das Komittee konnte sich also (leider) in der Wahl des Mottos der ersten Demonstration am 31. Juli bestätigt fühlen. Es hieß: "Wir sind erst der Anfang!"
Zu Anfang gabe Peter Hinz einen kurzen Rückblick in die kurze Geschichte des Komitees. Es hat sich sofort nach der ersten Kündigungswelle des Gesamthafenbetriebsvereins gegründet und bisher schon zwei Demonstrationen organisiert (am 31. Juli und am 29. August). Wir berichteten. Das Komittee hat inzwischen Verbindungen zu den Hafenarbeitern in Hamburg geknüpft, worüber Raphael Ross berichtete. Die Bremer sind mittlerweile auch "im Boot". Auf einer gut besuchten Veranstaltung in Bremen haben sich weitere Kollegen dem Komittee angeschlossen.
Das Komittee "Wir sind der GHB" ruft kurzfristig am 31.Oktober auf zu einer dritten Demonstration, diesmal in Bremen. Einzelheiten werden noch bekannt gegeben.
Frank Kotte, Mitglied des Betriebsrats im Mercedes-Werk in Bremen, schilderte dann kurz die Situation bei einem der wichtigsten Kunden für den Hafenumschlag. Über die Produktion des Sportwagens werde zwischen den Mercedes-Werken derzeit verhandelt, die Produktion der C-Klasse werde derzeit zurückgefahren. Die Konzernleitung hätte einschneidende neue Einsparungsrunden und neue -ziele angekündigt. Arbeitszeitverkürzungen von 35 auf 32 Wochenstunden mit entsprechenden Lohnkürzungen würden ab sofort durchgeführt. Besonders makaber wäre derzeit die "Jagd" auf kranke Mitarbeiter. Sogenannte "Rückkehrgespräche" würden von der Personalabteilung dazu ausgenutzt, Gründe für krankheitsbedingte Kündigungen in die Hand zu bekommen. Der öffentlich gewordene Datenschutzskandal über die an sich verbotene Weitergabe von Krankheitsdaten wäre dafür nur typisch.
Drei Themen standen in der nachfolgenden lebhaften Diskussion im Vordergrund:
Sönke Hundt