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28. Mai 2009

GEW unterstützt die Kritik von Eltern an der Durchführung von Sprachtest Cito

Trägt Cito zu mehr Sprachkompetenz und Chancengleichheit bei? Skepsis scheint angebracht.

Die Bremer Bildungsbehörde führt in diesem Monat einen computergestützten Test ein, der die Förderung der deutschen Sprachkompetenz zum Ziel hat. Cito, wie der Test heißt, ist für alle Viereinhalbjährigen verpflichtend und wird in Zusammenarbeit mit den Kindertagesstätten an der Hälfte aller Grundschulen durchgeführt. Dazu wurden jüngst über 4.000 Infobriefe an Bremer Familien verschickt. Für Kinder, bei denen Mängel festgestellt werden, schließt sich eine verbindliche Sprachförderung an, die im Schulgesetz geregelt ist. Viele Eltern haben inzwischen Kritik an der Sinnhaftigkeit und praktischen Durchführung des Sprachtests geäußert, Kritik, die von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft unterstützt wird.

Zwar sieht auch die GEW die frühzeitige Sprachförderung von Kindern als eine wesentliche Voraussetzung für weitere Bildungsprozesse an und unterstreicht, dass in dieser Frage deutlich mehr in Bremen getan werden muss. Gleichwohl müsse aber Sprachförderung „in der Regel integrativer Bestandteil von Spiel- und Lernprozessen in den Kitas sein und nicht losgelöst durchgeführt werden in besonderen Fördergruppen.“ Dies gelte bereits für die Feststellung möglicher Förderbedarfe. Fachkräfte in den Kitas müssten qualifiziert werden, diese Diagnostik auch zu leisten. Dazu seien keine räumlich ausgelagerten Tests nötig, die zudem noch von „Fremden“ durchgeführt werden. Die GEW fordert, die im Rahmen von „Sprach-Sreenings“ begonnenen Qualifizierungen zu intensivieren und Kitas personell qualifizierter auszustatten. Sprachförderbedarf könne bei der Personalbemessung dann ein Kriterium sein.

Weiter heißt es: „Gute frühkindliche integrative Bildungsprozesse gilt es gerade vom öffentlichen Träger sicherzustellen.“ In diesem Zusammenhang fordert die GEW, die Feststellung und Durchführung von Sprachförderung in den Kitas zu belassen und nicht an die Schulen zu delegieren. „Hier muss Senatorin Rosenkötter mit ihrer Kollegin Jürgens-Pieper noch einmal in die Auseinandersetzung. Es ist nicht einzusehen, dass vierjährige Kinder zu Sprachtests in die Schule zitiert und von KollegInnen geprüft werden, die die Kinder gar nicht kennen. Die entsprechenden Kompetenzen und personellen Ressourcen müssen in den Kitas ausgebaut werden,“ fordert Christian Gloede-Noweck, Landesvorstandssprecher der GEW Bremen. Auch von der Geschäftsführung von Kita Bremen erwarte die GEW eine klare diesbezügliche Positionierung.

„Im Übrigen, so Gloede-Noweck weiter, hätten auch die unzähligen schulischen Tests in den letzten Jahren über PISA, TIMS, VERA, etc. nicht zu nachhaltiger Bildungsverbesserung und Chancengleichheit beigetragen.“ Die Skepsis von Eltern sei daher angebracht.

(ms)