Deutschland ist Europameister beim Export von Großwaffen. Und Bremen ist eine Rüstungshochburg in Deutschland! Produkte und technische Entwicklungen aus Bremen bringen Tod und Vernichtung in die ganze Welt. Daran wollte das Bremer Friedensforum mit einer Mahnwache am 17. Juli vor Kapitel 8 (Domsheide) erinnern.
Mit neuesten Informationen über den Rüstungsstandort Bremen versehen ist die gerade herausgegebene Broschüre zum Rüstungsstandort Bremen. Wir berichteten.
Es sind vor allem fünf Bremer Unternehmen, die sich in der Rüstungsproduktion sehr stark engagieren:
Es ist ohne Zweifel das Unternehmen mit den höchsten Wachstumsraten in den letzten Jahren. Es nimmt mit seinem „SAR-Lupe“ eine internationale Spitzenstellung ein. Diese Entwicklung ist gerade geeignet, im Dienst des geplanten und schon praktizierten weltweiten Einsatzes der Bundeswehr weltweite „Aufklärungsarbeit“ zu übernehmen und zu koordinieren. OHB ist außerdem stark engagiert am europäischen Satellitennavigationssystem „Galileo“.
Das zweite Bremer Unternehmen in der Weltliga ist Atlas Elektronik in Sebaldsbrück. Es ist der weltweit führende Elektronikausstatter von U-Booten. U-Boote werden im Thyssen-Krupp-Verbund zusammen mit der Werft HDW gebaut. Der Exportanteil beträgt mehr als 80%.
Das Bremer Airbuswerk am Flughafen ist in die (zukünftige) Produktion der Rümpfe für den Lufttransporter A 400 M eingebunden. Es gilt als Schlüsselprodukt für die worldwide Bundeswehr- und Nato-Einsatzplanung mit der höchsten strategischen Priorität. Im Moment stockt das Projekt aus technischen und wirtschaftlichen Gründen. Die Industrie fordert vor allem eine erhebliche Aufstockung der Mittel für das Riesenprojekt.
Die Lürssen-Werft gegenüber von Vegesack gilt als Wiege des Baus von Schnellbooten (und Luxusyachten) und beteiligt sich an der Konstruktion und am Bau von Korvetten und Fregatten.
Die Firma RDE am Brüggeweg gehört zur Rheinmetall AG in Düsseldorf. Es preist sich selber an als "führendes europäisches Systemhaus für Landstreitkräfte". Die Produktpalette ist umfangreich und vielfältig und umfasst vor allem drei große Projekte für die High-Tech-Kriege der Zukunft: die Drohnen KZE, das Projekt "Infanterist der Zukunft" und Anteile am A 400 M.
Bremer Rüstungsbetriebe sind führend engagiert für die weltweite Interventionsfähigkeit der Bundeswehr. Satelliten, Drohnen, Elektronik für Marine, Luftwaffe und Heer und der Flugzeug- und Kriegsschiffbau gelten als wichtige Bestandteile der Rüstung der Bundeswehr. Auf der Grundlage und unter Ausnutzung der Entwicklungs- und Produktionsaufträge der Bundeswehr boomt der Export.
Das Internetportal German-Foreign-Policy.com informiert mit Datum vom 17. Juli von Verhandlungen zwischen dem deutschen Verteidigungsministerium und der angolanischen Regierung.
"Berlin baut seine militärpolitischen Beziehungen zum südafrikanischen Ressourcenstaat Angola aus. Am gestrigen Donnerstag hat Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung mit seinem angolanischen Amtskollegen Kundi Paihama künftige Kooperationen erörtert. Schon im Februar hatten angolanische Regierungsvertreter in der Bundesrepublik über die Lieferung von Kriegsschiffen der Firma Lürssen verhandelt - mit Erfolg. Angola gilt als rasch aufstrebende Regionalmacht südlich der Sahara, die künftig Ordnungsfunktionen im Sinne der westlichen Großmächte übernehmen soll. Berlin bemüht sich außerdem um angolanisches Erdgas; die deutsche Eon Ruhrgas AG hat umfangreiche Aktivitäten in dem Land angekündigt. Eon weitet damit seine Geschäfte am Golf von Guinea aus und entwickelt Stück um Stück einen neuen Regionalschwerpunkt an südwestafrikanischen Küste. Konkurrenz kommt vor allem aus China, das seine Wirtschaftstätigkeit in Afrika ungebrochen ausdehnt und Deutschland inzwischen weit hinter sich gelassen hat….
Nach einem 27 Jahre währenden Bürgerkrieg, der erst 2002 ein Ende fand, befindet sich Angola im Wiederaufbau und gewinnt laut Einschätzung Berlins "zunehmende Bedeutung" in Afrika südlich der Sahara.[1] Es sei in der Lage, sich zur Regionalmacht zu entwickeln, lautet eine verbreitete Einschätzung über das Land….
Die rüstungsindustriellen und militärpolitischen Aktivitäten Berlins begleiten Bemühungen, Zugriff auf die reichen Erdgasvorräte Angolas zu bekommen. Ende Februar hielt sich der angolanische Staatspräsident José Eduardo dos Santos zum ersten Mal in Deutschland auf und schloss nicht nur ein Kulturabkommen, das die Gründung eines Goethe-Instituts in der angolanischen Hauptstadt Luanda vorsieht, sondern auch eine "strategische Wirtschaftspartnerschaft" mit der Bundesrepublik. Der Bundeswirtschaftsminister erklärte im Gegenzug, Afrika werde der Schwerpunkt seiner Außenwirtschaftspolitik sein; man dürfe den Kontinent "nicht Asien überlassen".[6] Die Äußerung zielt auf den konkurrenzlos wachsenden Einfluss Chinas, gegen den Deutschland vor allem in Angola energisch kämpft. Berlin ist es in den vergangenen Jahren gelungen, das bilaterale Handelsvolumen von unbedeutenden Summen auf Rang drei in Subsahara-Afrika anzuheben. Es belief sich 2008 auf 800 Millionen Euro und wird Schätzungen zufolge dieses Jahr die Milliardengrenze überschreiten."
Der ganze Text unter: >http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/57579?PHPSESSID=e1ee1sn8a365f7b16rp6i4i1h6/font>
(den Hinweis auf German-Foreign-Policy.com gab Wieland von Hodenberg vom Bremer Friedensforum)
Sönke Hundt