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16. Juli 2009

Atomkraft - Nein Danke!

Im Atomkraftwerk (AKW) Krümmel kam es wiederholt zu Störfällen.  Dieses Kraftwerk ist ein Kernkraftwerk mit einem Siedewasserreaktor südöstlich von Hamburg an der Elbe. EigentümerInnen und BetreiberInnen sind je zur Hälfte die E.ON Kernkraft und Vattenfall Europe Nuclear Energy.

Das AKW wurde vor 25 Jahren erstmals an das Stromnetz angeschlossen. Aufgrund eines Transformatorenbrands am 28. Juni 2007 befand es zwei Jahre nicht im Leistungsbetrieb.

Nach weiteren Zwischenfällen innerhalb von zwei Wochen nach Wiederanfahren kam es am 4. Juli 2009 zu einer Reaktorschnellabschaltung aufgrund einer Störung in einem Maschinentransformator. Seitdem ist das Kernkraftwerk Krümmel wieder abgeschaltet.


Hier ein Kurzkommentar von Thea Kleinert, Sprecherin der Linksfraktion im Beirat Neustadt und Kandidatin der Bremer LINKEN für den Bundestag: 

Atomkraft - Nein Danke!

Die Debatte um die Abschaltung der ältesten Atomkraftwerke gärt seit Jahren, aber nichts geschieht. Es muss jedoch nicht mehr darüber diskutiert, sondern endlich gehandelt werden. Nach wie vor werden die BürgerInnen von der regierenden Politik und der Atomlobby belogen und für dumm verkauft und die wiederholten Störmeldungen aus dem AKW Krümmel von den BetreiberInnen verharmlost.

Ich fordere die sofortige Abschaltung aller unsicheren Atomkraftwerke. Die Behauptungen der Lobbyisten in Politik und Wirtschaft, die Stromversorgung würde bei einer Abschaltung zusammenbrechen, ist wissentlich falsch. Es geht ausschließlich um die Gewinnmaximierung der Energiekonzerne. Wobei die Umwelt und die Gesundheit der BürgerInnen der Profitgier geopfert werden.

Wir brauchen jetzt massiven und breiten Widerstand - nicht zuletzt im Interesse der nachfolgenden Generationen. Thea Kleinert


Hier ein Artikel von Stefan Diefenbach-Trommer im Newsletter „.ausgestrahlt“ (vom 8. Juli 2009), den wir mit freundlicher Genehmigung hier auszugsweise veröffentlichen dürfen:

Liebe Freundinnen und Freunde,

was im und um das AKW Krümmel passiert, ist mehr als absurd: Fast zwei Jahre lang ist der Reaktor außer Betrieb, weil im Zusammenhang mit und nach dem schwerwiegenden Transformatorbrand zahlreiche Mängel offenbar wurden. Die Atomaufsicht verlangt diverse Nachrüstungen und erlaubt schließlich die Wiederinbetriebnahme - obwohl das AKW nicht auf dem Stand von Wissenschaft und Technik ist.

Und dann: An. Aus. An. Wieder aus. Binnen  zwei Wochen kommt es zu drei Störfällen, zweimal muss der Reaktor dabei herunterfahren. Nach der Notabschaltung am 4. Juli erklärt der AKW-Betreiber Vattenfall zunächst, die Ursache nicht zu kennen. Dann räumt er ein, dass vorgeschriebene Sicherheitseinrichtungen nicht vorhanden waren.

Offensichtlich ist das AKW Krümmel auch nach zwei Jahren Reparaturen und Investitionen von angeblich 300 Millionen Euro nicht sicher. Alle Prüfungen konnten weitere Störfälle nicht verhindern. In den zwei Jahren Stillstand wurden Einzelteile wie schadhafte Ventile und Armaturen erneuert, doch der Reaktor als Ganzes ist weiter alt - auch ein Computer aus den 80-er Jahren wird mit neuer Festplatte nicht modern.

Offensichtlich ist auch, dass Vattenfall die riskante Technik nicht im Griff hat und aus Fehlern nichts lernt. Um das Wiederanfahren nicht zu verzögern ignorierte der Konzern bindende Sicherheitsauflagen der Atomaufsicht. Vattenfall hat erneut bewiesen, dass ihm Profit wichtiger ist als die Sicherheit der Bevölkerung. Alle drei neuen Störfälle weisen Ähnlichkeiten zu früheren Pannen auf.

Und offensichtlich hat die Atomaufsicht komplett versagt, denn sie hat am 19. Juni die Wiederinbetriebnahme eines technisch mangelhaften Reaktors eines unzuverlässigen Betreibers genehmigt.

Deshalb haben wir die E-Mail-Aktion an die Chefin der schleswig-holsteinischen Atomaufsicht, Ministerin Gitta Trauernicht (SPD), neu aufgelegt. Mehr dazu: http://kruemmel.ausgestrahlt.de

Bitte mach mit, bitte sag es weiter! Auf der Aktionsseite kannst Du auch Aktions-Postkarten an Frau Trauernicht bestellen!

Weitere Informationen rund um die Krümmel-Störfälle in unserem Kampagnen-Logbuch:
http://www.ausgestrahlt.de/atom/info/log

Das AKW Krümmel ist ein Zeichen dafür, dass die Energieerzeugung durch Atomkernspaltung ein nicht beherrschbares Unfallrisiko ist. Deshalb muss endlich ernst gemacht werden mit dem Atomausstieg, und das heißt: Atomkraftwerke abschalten.

Atomausstieg ja oder nein – das wird vor allem nach der Bundestagswahl ausgehandelt. Vattenfall-Chef Josefsson hat der "Wirtschaftswoche" seinen Wunsch-Deal  verraten: Im Gegenzug für längere AKW-Laufzeiten will er für neue Kohlekraftwerke die CO2-Endlagerung vorschreiben – allerdings erst dann, wenn alle derzeit geplanten Kohlemeiler längst gebaut sind... Soll heißen: Kohle und Atom sollen die Erneuerbaren Energien ausbremsen. Nicht mit uns!

http://www.wiwo.de/unternehmer-maerkte/wie-vattenfall-die-atomkraft-wieder-salonfaehig-machen-will-401145/print/

Natürlich geht es dabei nur um den Gewinn der Stromkonzerne. Das belegen zwei aktuelle Studien. Die Landesbank Baden-Württemberg legt dar, dass längere AKW-Laufzeiten zig Milliarden Euro Zusatzgewinne in die Kassen von Vattenfall, RWE, E.on und und EnBW spülen würden.

http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/wirtschaft/131555/index.php

Und das Öko-Institut (Darmstadt) zeigt, dass - anders als gerne behauptet - längere AKW-Laufzeiten nicht zu niedrigeren Strompreisen führen.

http://www.handelsblatt.com/technologie/energie_technik/atomkraft-daempft-strompreise-nicht;2389351;0

Hundert gute Gründe gegen Atomkraft

Es gibt viele gute Gründe gegen Atomkraft. Die 100 wichtigsten haben die Ökostromer von den Elektrizitätswerken Schönau mit Unterstützung von .ausgestrahlt in einer handlichen Broschüre zusammengetragen, die in keiner Hosen- oder Handtasche fehlen sollte.
http://www.ausgestrahlt.de/atom/shop/broschuere#gruende

Dazu gibt es eine fetzige Homepage mit E-Cards, Argumentationstrainer und Atomspürhund.
http://www.100-gute-gruende.de

Übrigens - die sieben dümmsten Gründe für Atomkraftwerke präsentiert gerade die Bild-Zeitung:
http://www.bild.de/BILD/politik/2009/07/08/atomausstieg/die-7-wahrheiten-ueber-unsere-energie.html

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