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30. Januar 2009

Bomben für den Weltfrieden? Mit dem US-Veteran Chris Capps in der Uni Bremen

Anlässlich der NoNATO-Proteste 2009 sprach der US-Veteran (IVAW) Chris Capps auf der SDS Veranstaltung über die NATO und den Irakkrieg. Am 29.1.2009 fand die Veranstaltung "Bomben für den Weltfrieden? 60 Jahre NATO - 60 Jahre Angriffsbündnis?" des SDS mit dem US-Veteranen Chris Capps von der Organisation "Iraq Veterans Against the War" in der Universität Bremen statt. Der US-Veteran sprach über die Auswirkungen des Irakkriegesund über seine Gründe zu desertieren
hat.

Chris, der aus einer erzrepublikanischen Familie stammt, erklärte, dass er zur Armee gehen wollte, um die Welt zu sehen und, um studieren zu können. Als Funker ließ er sich zunächst nach Deutschland versetzen. Dort musste er erfahren, dass seine Einheit in Kürze nach Irak gehen würde. Er war entsetzt. Was er aus eigener Erfahrung erzählte, verschlug den Zuhörern immer wieder die Sprache.

Sehr anschaulich sprach er darüber, wie die US-Armee im Irak  agiert und, was das vor allem für die US-Soldaten bedeutete. "Die noch sehr jungen US-Soldaten haben freie Hand, wenn sie aus dem Stützpunkt gehen.Während sie im Stützpunkt wie in einem goldenen Käfig leben, und jeden Befehl ausführen müssen, fühlen sie sich außerhalb wie die Götter. Der Druck aus der Armee findet in der rassistischen, menschenverachtenden oder auch tödlichen Behandlung der Irakisch sein Ventil. Die meisten der Soldaten im Einsatz haben deshalb psychische Probleme bekommen" Viele sind an PTSD  (Posttraumatische Belastungsstörungen) erkrankt und werden danach mit starken Beruhigungs- und Betäubungsmitteln still gehalten. Jede Woche begehen aufgrund von PTSD schätzungsweise 150 US-Irakveteranen Selbstmord. Wie die Folgen von über 200.000 Toten unter der irakischen Bevölkerung ist, ist kaum vorstellbar.

Ein weiterer wichtiger Aspekt des Irakkrieges sind die privaten Profiteure. Private Unternehmen werden Unsummen für die Versorgung des Militärs gezahlt, während die ostasiatischen Arbeiter Vor Ort keine 10 Dollar pro Tag bekommen. Erstaunlich ist auch, dass mit allergrößter Wahrscheinlichkeit die privaten Söldner der Firma Blackwater an
Kampfhandlungen teilnehmen, was ein klarer Verstoß gegen die Genfer Kriegskonvention ist.

Den US-Soldaten wurde immer wieder angeboten sich für eine längere Zeit zu verpflichten. Sie wurden jedoch gewarnt, dass sie dann wahrscheinlich gegen den Iran kämpfen müssten. Als dann Israel den Libanonkrieg 2005 begann, wurden sie jedoch darauf hingewiesen, dass sie wahrscheinlich im Libanon kämpfen müssten. Im Irak bauen die Koalitionstruppen dauerhafte Stützpunkte auf, anstatt für den Aufbau des Iraks eingesetzt zu werden, wie so oft verlautbart wird.  "Es wird oft über die Verantwortung zum Wiederaufbau des Irak gesprochen. Die US-Truppen tragen auf jeden Fall zu einem weitaus größeren Teil zum Problem bei, als zur Lösung." so der US-Veteran.

Er empfahl den Film "Jarhead" zur Veranschaulichung, wie es in der US-Armee zugeht. In Barack Obama setzt die IVAW wenig Hoffnung. Immer mehr US-Soldaten desertieren, obwohl Freiheitsstrafen drohen. Sie Deserteure werden jedoch selten verfolgt, da es einfach zu viele geworden sind!

Die IVAW stellt an die US-Regierung drei Forderungen:

  1. Alle Truppen müssen raus aus dem Irak.
  2. Die psychische und physische Versorgung aller Veteranen wird sichergestellt.
  3. Die USA übernimmt die Verantwortung für den Krieg und zahlt

Reparationen an den Irak.
Die IVAW ruft zu den NoNATO-Protesten im April auf und unterstützt den in Deutschland Asylsuchenden US-Soldaten André Shepard. Am 21./22.2. treffen sich verschiedene Friedensgruppen in Bremen und am 16.3. findet im Kesselhaus eine Informations- und Mobilisierungsveranstaltung für die NoNATO-Proteste statt. SDS.UniBremen und Linksjugend[´solid] werden Mithelfen den Kriegsstiftern dieser Welt aufs Dach zu steigen.

Iraq Veterans Against the War : ivaw.org
NoNATO-Kampagne: no-to-nato.de
Unterstützung für das Asylgesuch von André Shepard: connection-ev.de

Ahmed Abed
SDS.UniBremen