Zurück zur Startseite
27. August 2009

Lehrkräfte, pädagogische Mitarbeiter, Assistenz- und Förderkräfte an Schulen - welche Arbeitgeber mit welchen Verträgen?

Schulranzen vor der Eingangstür

Erstaunlich: 1300 Personen im Bremischen Schuldienst sind gar nicht beim Land Bremen, vertreten von der Bildungsbehörde, beschäftigt. Sie arbeiten in den Schulen als Lehrkräfte, pädagogische Mitarbeiter, Assistenz- und Förderkräfte, haben aber als Arbeitgeber verschiedene freie Träger und Wohlfahrtsverbände mit jeweils ganz unterschiedliche Arbeitsverträgen. 

Die GEW Bremen hatte am 26. August Vertreter und Vertreterinnen von Betriebsräten und Mitarbeitervertretungen bei diesen Arbeitgeber sowie des Personalrates Schulen eingeladen, um sich über die unterschiedlichen Arbeitsbedingungen der Beschäftigten an öffentlichen Schulen in Bremen auszutauschen und gemeinsame Initiativen zu verabreden.

Neben der Durchführung konkreter Projekte an Schulen werden die Beschäftigten als Lehrkräfte, pädagogische Mitarbeiter, Assistenz- und Förderkräfte eingesetzt.

Deutlich wurde in diesem ersten Austausch, dass es bei gleicher Tätigkeit und Qualifikation keine einheitliche Bezahlung gibt, dass die Vertragsgestaltung bei den einzelnen Trägern sehr unterschiedlich sind und es keine gemeinsame Verständigung auf Mindeststandards in der Qualifikation oder Fortbildung gibt.

Insbesondere im Bereich der Verlässlichen Grundschule und des Assistenzprogramms gibt es eine Vielzahl von Beschäftigten mit sehr geringen Vertragsumfängen, oft sogar noch befristet. Diese prekären Beschäftigungsverhältnisse resultierten zum einen aus der mangelnden Planungssicherheit der Träger zum anderen aber auch an der mangelhaften Umsetzung integrativer Konzepte im Bereich der Verlässlichen Grundschulen und Ganztagsschulen. "Wir wollen gleichen Lohn für gleiche Arbeit und Arbeitsverträge, die die gemeinsame Entwicklung von Schulkonzepten ermöglichen"; so fasste Christian Gloede-Noweck, Landesvorstandssprecher der GEW, die Forderungen der Interessensvertretungen zusammen. "Es ist unerträglich, wenn KollegInnen während
der Sommerferien bis hin zum September oder gar Oktober auf Sockelverträge von zehn Stunden zurückgestuft werden, weil die Träger noch nicht wissen, wie viele Personalstunden sie wo einsetzen können. Hier ist die Senatorin für Bildung aufgefordert, im Interesse ganzheitlicher und integrativer Bildungsprozesse für Qualität und Planungssicherheit zu sorgen!" Dazu gehöre auch, dass Beschäftigte mit wenigen Stunden die Möglichkeit erhalten müssen, ihre Verträge aufzustocken, bevor neue Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen mit wenigen Stunden beschäftigt werden. Ziel sei, so
die InteressenvertreterInnen, gemeinsame Standards zu entwickeln, die für alle Träger gelten. Hier sei insbesondere die Vielzahl von Schulvereinen ein Problem, die oftmals unter Mitwirkung der Schulleitung als Arbeitgeber auftreten und deren Beschäftigte über keinerlei Interessensvertretungsorgane verfügten. Die GEW biete diesen KollegInnen gerne ihre Unterstützung an, so Gloede-Noweck weiter.

Die Zusammenkunft der unterschiedlichen Interessenvertretungen sei ein erster Schritt, dem gegenseitigen Ausspielen der Träger um das billigste Angebot entgegenzutreten. Diese Treffen sollenfortgesetzt werden.
sh