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27. August 2009

Komitee "Wir sind der GHB" ruft auf zur Demonstration am 29. August in Bremerhaven

Das Komitee "Wir sind der GHB" nach der Gründung. Foto: Komitee

Vancarrier ohne Beschäftigung

Das Gebäude des Gesamhafenbetriebsvereins

Unter dem Motto "Dumpinglöhne beim GHB - wir sind erst der Anfang" ruft das im Juli gegründete Komitee "Wir sind der GHB" am Sonnabend, den 29. August zu einer Demonstration auf. Die Demo beginnt um 12 Uhr am Stadthaus I (Hinrich-Schmalfeldstraße gegenüber der Polizei). Im Anschluss soll in der Fußgängerzone am Theodor-Heuss-Platz eine Abschlusskundgebung stattfinden. Bremer Kolleginnen und Kollegen werden aufgefordert, sich zu beteiligen. Treffpunkt ist um 10 in der Tilsiterstraße; Abfahrt um 10:30 nach Bremerhaven. 

Das Komitee hat sich während der Auseinandersetzungen um den Stellenabbau beim Gesamthafenbetriebsverein gegründet, wo es zu erheblichen Konflikten gekommen ist. Wir berichteten. Die Demonstration wird vom Komitee organisiert und wird vom Betriebsrat und ver.di nicht unterstützt.

Hier Auszüge aus dem Aufruf zur Demonstration:

„Dumpinglöhne beim GHB - wir sind der Anfang!“
Die Wirtschaftskrise fordert immer mehr Opfer. Die Rechnung wird aber nur von den kleinen Leuten bezahlt! Arbeitsplätze werden abgebaut, Tarifverträge werden verwässert und durch Dumping Löhne ersetzt, bestehender Kündigungsschutz wird umgangen!

Schluss mit dem Krisenchaos, wir spielen da nicht mehr mit!
Es wird Zeit hier ein klares Signal zu setzen und die Politik zum Handeln aufzufordern!

Wir fordern: Die Aufhebung der Beendigungs-Änderungskündigungen und im Anschluss daran eine soziale Umsetzung des Sozialplans durch alle Bereiche!  Eingruppierung in die alten Verträge und schriftliche Rückkehrgarantie in alte Rechte!
Gerechte Tarifverträge für alle Bereiche!

Absolute Loyalität des GHB Betriebsrates und Gewerkschaft ver.di gegenüber allen Arbeitnehmern, Eingestehen der Fehler und für die Zukunft keine existenzbedrohenden Tarifverträge sowie keine Unterwanderung von Fremdfirmen.
Liebe Kolleginnen und Kollegen, es ist die Zeit gekommen, dass wir uns zusammentun. Kommt daher möglichst zahlreich – auch Kolleginnen und Kollegen anderer Betriebe - und lasst uns für unser aller Recht und für unsere Arbeitsplätze kämpfen. Nur zusammen sind wir stark!

Organisiert wird die Demonstration vom Komitee „Wir sind der GHB!“. Es ist somit eine Demonstration von UNS und mit UNS für ALLE! Im Anschluss daran werden wir in der Fußgängerzone eine Abschlusskundgebung abhalten, (Am Theodor-Heuss-Platz). 

Unterstützt wird die Demonstration von: Betriebsrat BLG AutoTec, vertreten durch Michael Bode Betriebsratsvorsitzender, Frank Kotte, Betriebsratsmitglied der Daimler AG Mercedes Bremen, Stefan Wette Betriebsratsmitglied von Atlantik Hafenbetriebe, DIE LINKE  Bremerhaven, besonders zu nennen Walter Müller, Abgeordneter der Fraktion in der Bremischen Bürgerschaft, Dr. Ulf Eversberg, Fraktionsvorsitzender B90/Die Grünen in der STVV, Claudius Karminiarz Stadtverordneter B90/Die Grünen in der STVV,  Arbeitsloseninitiative Bremerhaven (Bali), besonders zu nennen Frau Kristina Hoyer.
mehr auf der Homepage des Komitees

Gescheitert sind unterdessen am Donnerstag die Güteverhandlungen zwischen den gekündigten Hafenarbeitern und dem Gesamthafenbetriebsverein vor dem Bremerhavener Arbeitsgericht. Dieses wird nun überprüfen, nach welchen Kriterien der GHB die gekündigten Mitarbeiter letztlich ausgewählt hat. Dabei würden Sozialplan und Interessenausgleich zu einem  zentralen Element der Verhandlungen, sagte Arbeitsgerichts-Sprecher Michael Grauvogel in einem Interview gegenüber Radio Bremen. In diesem Zusammenhang bekräftigte der Anwalt der entlassenen Hafenarbeiter sein völliges Unverständnis darüber, dass auch Kollegen mit einer bis zu dreißigjährigen Betriebszugehörigkeit betroffen seien. Darüber hinaus sei es skandalös, dass zwangsversetzte Mitarbeiter weniger Lohn bekämen als ihnen an Arbeitslosengeld zustünde. Das Arbeitsgericht wird erst im Februar 2010 mit den Verhandlungen beginnen.

Buten & binnen hat am 27. August ebenfalls über den Arbeitsgerichtsprozess und die Anzeigen gegen Peter Frohn (BR-Vorsitzender) berichtet.

sh / ms