Die Krise ist längst auch in der Gastronomie angekommen. Während es bei den kleinen und mittleren Betrieben dieser Branche Gewinner und Verlierer gibt, wird die Krise in jedem Fall gegen die Beschäftigten ausgenutzt. Christian Wechselbaum, zuständiger Gewerkschaftssekretär der NGG Bremen-Weser-Elbe erklärte dazu: "Wir erleben immer mehr Beratungsfälle, bei denen haarsträubende Arbeitsbedingungen zu Tage kommen.
Zu den Gewinnern der Krise gehören z.B. die Betriebe an der heimischen Nordseeküste, die sich über mehr Urlauber freuen können. Bremische Hotels dagegen leiden unter fehlenden Veranstaltungen und Geschäftsreisenden. Viele Betriebe reagieren gleich mit betriebsbedingten Kündigungen oder nutzen das Instrument der Kurzarbeit.
Die Gewerkschaft NGG bezweifelt, dass dabei alles mit rechten Dingen zugeht. Trotz Kurzarbeit wurden in mehreren Fällen Überstunden auf- statt abgebaut. Auch konnte häufig Urlaub nicht genommen werden.
Einseitige Verschlechterungen von tariflichen Ansprüchen führen zu einem Teufelskreis, der auch die Konkurrenten zu Einschnitten zwingt.
Christian Wechselbaum in seiner Erklärung: "Viele Probleme sind immer noch hausgemacht. Die Branche leidet seit Jahren unter Lohndumping, Schwarzarbeit, Tarifflucht und mangelnder Ausbildungsqualität. Die Arbeitgeber müssen die Krise als Chance begreifen, da wieder mehr Deutsche ihren Urlaub bei uns verbringen. Jetzt gilt es, in Fachkräfte, Qualität und Service zu investieren, statt diese abzubauen."
sh