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24. Januar 2008

Politische Ökonomie mit Elmar Altvater im "Linkstreff"

Das Linkstreff war gestern mit bis zeitweilig 90 Leuten mehr als rappelvoll, um Prof. Elmar Altvater zum Thema: "Weltwirtschaft im Umbruch - das Ende der ölbasierte Ökonomie" zu hören und an der anschließenden Diskussion teilzunehmen. Er hatte wirklich Interessantes zu "bieten", konnte seine wahrliche globalen Themen und Thesen verständlich ausdrücken und damit seine Zuhörer fesseln.

Man kann das SALZ nur beglückwünschen, das es geschafft hat, diesen international renommierten marxistischen Ökonomen und Politologen nach Bremen zu holen.

Elmar Altvater ist emeritiert, lehrte viele Jahre am Otto-Suhr-Institut an der Freien Universität in Berlin, war Mitbegründer der Zeitschrift "Prokla" (Probleme des Klassenkampfs), hat sich bei Attac engagiert, unterstützt nachdrücklich die Bewegung rund um das Weltsozialforum, ist im im wissenschaftlichen Beirat von SALZ und Attac und seit dem Zusammenschluss von WASG und Linkspartei auch Mitglied der LINKEN. Er versteht es wie kein anderer Ökonom, die schon immer krisenhafte Entwicklung des kapitalistischen Weltsystems nachdrücklich mit der Energie- und damit der Ökologiefrage zu verbinden. Wenn, so führte er aus, die Produktion in den entwickelten Industrieländern in den letzten 200 Jahren alle 35 Jahre, also in jeder Generation, verdoppelt worden ist, die Produktivkräfte also, wie von Marx und Engels im kommunistischen Manifest vorhergesagt, sich enorm entwickelt haben, konnte das nur auf der energetischen Basis der fossilen Brennstoffe Kohle und Öl erfolgen.

Dass diese Energiebasis endlich ist, und die Erschöpfung dieser Energieressourcen (Stichwort "peakoil") immer mehr ins Blickfeld gerät, so seine These, wird ein immer drängenderes Problem für die Weltwirtschaft. Lösungen seien hier nicht in Sicht, nicht so sehr, weil keine alternativen Energien gesucht und gefunden werden könnten (wie Wind, Sonne und Biomasse), sondern weil der CO-2-Ausstoß nicht verringert werden könne.

Elmar Altvaters zweiter (oder erster) wissenschaftlicher Schwerpunkt sind die internationalen Finanzbeziehungen und Finanzmärkte. Gerade angesichts des Börsencrashs der letzten drei Tage wäre es natürlich interessant gewesen, auch dieses Thema zu berühren. Aber ... dazu reichte dann wirklich die Zeit nicht mehr aus.

Das jüngste Buch von Altvater (zusammen mit Birgit Mahnkopf): Konkurrenz für das Empire. Die Zukunft der Europäischen Union in der globalisierten Welt. Münster 2007.

Ganz aktuell ist sein großes Interview in zwei Teilen in der online-Zeitschrift Telepolis.
Teil I (21.01.08)
"Der Emissionshandel ist eine sehr gute Methode, mit der man demokratische Regelungen unterlaufen kann" Interview mit Elmar Altvater über die Außen- und Umweltpolitik der EU und die Politik weltweit nach Peakoil.

Teil II (22.01.08)
"Dann werden die USA ihr blaues Wunder erleben"
(sh)