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20. Februar 2008

Streik und Demonstration von Erzieher/innen, Sozialpädagogen, Küchen- und Reinigungskräften

Wer heute sein Kind oder Enkelkind aus Kindertagesstätten oder Spielhäusern in Bremen abholte, studierte sorgfältig die Aushänge des Personals und der Gewerkschaft Verdi:

Morgen Streik in allen 68 Kitas und allen 11 Spielhäusern des kommunalen Eigenbetriebes KiTa Bremen, Stadt Bremerhaven und DRK Bremen.

Demonstrationab 10.45 vom Schlachthof mit anschließender Protestkundgebung vor der Bürgerschaft um 11.30 Uhr.
(war ursprünglich angekündigt für 15.45 Uhr)
Hauptredner: Siegfried Sauer, Leiter des ver.di-Landesbezirks Niedersachsen-Bremen.

Die Bürgerschaft tagt genau zur gleichen Zeit. Wie weit die Bürgerschaft dann mit ihrer Tagesordnung ist, kann man nicht genau sagen. Aber vielleicht diskutiert sie zeitgleich mit der Demonstration gerade über einen FDP-Antrag zur Abschaffung der Erbschaftssteuer. Wäre etwas sehr unpassend!

Hier die Ankündigung von ver.di:
Tarifrunde ÖD 2008. Morgen ganztägiger Warnstreik
in allen Kitas und Spielhäusern von KiTa Bremen, Stadt Bremerhaven und DRK Bremen

Erzieher/innen und Sozialpädagogen, Küchen- und Reinigungskräfte aller 68 Kindertagesstätten und 11 Spielhäuser des kommunalen Eigenbetriebes KiTa Bremen treten am morgigen Donnerstag, den 21.02.2008 in einer ganztägigen Warnstreik – zum ersten Mal gemeinsam mit den Kolleg/innen aller 17 Kitas des Magistrats Bremerhaven und aller Kinderhäuser des DRK Bremen. Damit sind genau 100 Kita-Einrichtungen in Bremen und Bremerhaven im Streik.

„Seit dem angeblichen 5%-Tarifangebot der öffentlichen Arbeitgeber zieht eine Welle der Empörung durch alle Kitas“, betont Klaus Schukowski, ver.di-Gewerkschaftsekretär in Bremen. „Die Kolleg/innen in Kindertagesstätten und Spielhäuser lassen sich nicht mit mageren Tariferhöhungen von real 2,5% für 2008 und 0,4% für 2009 abspeisen. Durch die geforderte Erhöhung der Wochenarbeitszeit um 3,9% auf 40 Stunden sollen die Beschäftigten am Ende noch draufzahlen. Die Kita-Beschäftigten seien deshalb in bisher beispielloser Geschlossenheit bereit zum Streik. „Es gibt keine Kita, deren Kolleg/innen sich morgen nicht am ver.di-Warnstreik beteiligen“, so Klaus Schukowski. Der Streik richte sich nicht gegen Eltern und Kinder. Jahrelang hätten die Kita-Beschäftigten zurückgesteckt. Jetzt sei Schluss mit der Bescheidenheit.

Für KiTa Bremen hat der Warnstreiktag eine doppelte Stoßrichtung. Neben der Tarifrunde wird für die Überleitung aller Arbeitnehmer/innen in den TVöD gekämpft. Noch immer fallen die Erzieher/innen bei KiTa Bremen unter den TV-L, die Beschäftigten in Küchen und Reinigung hingegen unter den TVöD. „Diese tarifvertragliche  Spaltung der Belegschaft von KiTa Bremen ist völlig absurd und muss endlich beseitigt werden“, fordert Schukowski von ver.di.

Quelle:
bremen.verdi.de/aktuelles/archiv/archiv_2008_01.quartal/pm-2008-02-20_2