Achtung Parteigenossen!
Da die Konterrevolutionäre immer frecher und rücksichtsloser dem kämpfenden Proletariat entgegentreten, hat der Arbeiter- und Soldatenrat in Bremen beschlossen, das Proletariat zur Sicherung der Revolution zu bewaffnen. In den Großbetrieben zirkulieren zu diesem Zwecke Listen, in welchen sich diejenigen einzutragen haben, die mit äußerster Konsequenz bereit sind, für Errichtung der sozialistischen Republik gegebenenfalls mit ihrer ganzen Persönlichkeit einzutreten. Da auch in der Bauindustrie wie auch in den Kleinbetrieben tüchtige, auf dem Boden des Klassenkampfes stehende Arbeiter beschäftigt sind, werden alle, die in die Arbeiterbataillone eingereiht werden wollen, ersucht, sich bei den Vorständen der U.S.P.D. und der Kommunisten sofort zu melden. Alle über 24 Jahre alten Proletarier, die mit der Waffe in der Hand die Errungenschaften der Revolution sichern wollen, kommen Sonntag, den 29. Dezember, vormittags V2io Uhr, auf dem Kasernenhof zum Appell. Nur solche Genossen, die sich als Mitglied der U.S.P.D. oder der Kommunisten legitimieren können, dürfen erscheinen. (Bremer Bürger-Zeitung, 27. Dezember 1918)
Quelle: Peter Kuckuk (Hrsg.), Revolution und Räterepublik in Bremen, S. 46 f.
Hinweis der Redaktion: Die Redaktion bringt in der Rubrik "Vor 90 Jahren..." lediglich einzelne Meldungen, Beschlüsse, Dokumente etc., wie sie im Zeitablauf damals so stattfanden. Für einen schnellen, kurzen, systematischen Überblick siehe die beiden online-Quellen:
Günther Garbrecht, "Die Bremer Räterepublik von 1918 1919.
www-user.uni-bremen.de/~bremhist/Raeterepublik1918-19.html
Till Schelze-Brandenburg, Die Bremer Räterepublik
http://www-user.uni-bremen.de/~bremhist/Raeterepublik.html