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30. April 2008

Gegen christlichen Fundamentalismus und Homophobie

Die Bundesarbeitsgemeinschaft DIE LINKE.queer unterstützt das Protestbündnis gegen das Christival in Bremen

Das heute in Bremen eröffnete Jugendfestival Christival hat erst auf massiven Druck der Öffentlichkeit hin Seminare zur "Therapierung der Homosexualität" aus dem Programm genommen. Doch mit der Akzeptanz gleichgeschlechtlicher Lebensweisen ist es nicht weit her, wenn die Veranstalter inzwischen rechtlich gegen Kritiker vorgehen und Mitveranstalter Homosexualität weiterhin als Sünde bezeichnen. DIE LINKE fordert die Bundesregierung auf, in die Vergabekriterien von Bundeszuschüssen die Ächtung von Homophobie aufzunehmen, um bei einem gegenteiligen Handeln Gelder zurückfordern zu können.

Jost Beilken, kultur- und bildungspolitischer Sprecher der LINKEn in der Bremischen Bürgerschaft erläutert: „Dass die Veranstaltung zur Therapierbarkeit von Homosexualität abgesagt wurde, ist nur zu begrüßen, bietet aber angesichts der Tatsache, dass so ein Angebot überhaupt auf der Tagesordnung stand, allenfalls bescheidenen Grund zur Freude. Ein grundsätzlicher Erkenntnisgewinn scheint den Veranstaltern offenbar abzugehen; die Arbeitsgruppe der Abtreibungsgegner findet nach wie vor statt. Die LINKE spricht sich ausdrücklich dagegen aus, derartige Programmatiken auch nur zu tolerieren. Solange ein Missionsfest den Eindruck erweckt, scheinheilige Diskriminierungen und fundamentalistisches Gedankengut zu befördern, lehnen wir jegliche öffentliche Unterstützung entschieden ab.“

DIE LINKE geht davon aus, dass die im Zuge des Christivals geplanten Gegenaktionen ein Zeichen für alle Menschen setzen, die ihr Leben selbstbestimmt, offen und ohne repressive Zumutungen leben wollen. Deshalb unterstützt sie die friedlichen Proteste der anti-konservativen Bündnisse und ruft zu deren Teilnahme auf. Demonstrationen finden am 30. April ab 20 Uhr am Schlachthof und am 3. Mai um 14 Uhr auf dem Domshof statt.

Interview mit Jost Beilken in der jungen weLT

(ms)