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25. April 2008

68er-Bewegung in Bremen

Vom 2. - 4. Mai 08 veranstaltet der SDS und die Linksjugend in Berlin den großen 68er-Kongreß. Im Vorfeld dazu hatte der SDS in Bremen eingeladen zum Thema 68 - Die Revolte in Bremen - mit den "Veteranen" Klaus Busch (damals 2. Vorsitzender der DGB-Jugend), Joachim Barloschky (aktiv im Sozialistischen Schülerbund) und Bernd Fischer (damals bei der Sozialistischen Jugend Die Falken). Im Linkstreff, Buntentorsteinweg 109.

Hier ein Bericht von Martin Dix:
'68 war nicht nur ein Moment, in dem einige Jugendliche mal familiären Frust auf der Straße rausgelassen haben!”, stellte Bernd Fischer am Dienstag bei der von Linksjugend ['solid] und SDS organisierten Diskussionsveranstaltungen im Linkstreff klar. Thema war die 68er Bewegung in Bremen und in ganz Deutschland: Was hat zu der Zeit so viele Menschen auf die Straße gebracht? Über diese und andere Fragen haben Klaus Busch, Joachim Barloschky und Ernst Fischer mit Gästen diskutiert.

Mit der Schilderung ihrer politischen Sozialisation haben die drei Aktiven verdeutlicht, dass es sowohl vor als auch nach 1968 viele linke Ansätze zu gesellschaftlicher Veränderung gab. Wurde es Ernst Fischer in den 50er und frühen 60er Jahren mit der Sozialistischen Jugend Die Falken in der repressiven BRD noch schwer gemacht, ihre Meinung zu äußern, erlebte er den Aufruhr Ende der 60er als befreiend. Für Klaus Busch waren Streiks in Bremens Industrie Beispiel dafür, dass Widerstand und Emanzipation nicht nur bei den Studenten stattgefunden haben. Grundlegende Verbesserungen im Bildungssystem sind laut “Barlo” Joachim Barloschky eine wichtige Errungenschaft der Revolte.

Warum kommt es in der jetztigen Zeit zu keinem vergleichbaren Aufstand? Mehrere Gründe konnten genannt werden: Ein Krieg, von dem in den Medien berichtet wird, schockiert kaum noch, die materielle Unsicherheit zwingt Jugendliche vorerst den Blick auf das eigene Überleben zu richten und das Fehlen von Theoriekenntnissen hemmt einen ausdauernden Widerstand der Studierenden. Allerdings gibt es guten Grund optimistisch zu sein: lt. Bernd Fischer ist heute eine Menge los, verglichen mit der Zeit Anfang der 90er. Da lässt sich sicherlich zustimmen; spätestens seit dem G8-Gipfel ist allen klar, dass eine große Zahl von Menschen mit den herrschenden Verhältnissen nicht einverstanden ist und sich kein “Ende der Geschichte” einreden lässt.