In Bremen nahm die Zahl der Arbeitslosen im September im Vergleich zum Vormonat um 3,5% ab. Insgesamt sind nun 39.879 Menschen in der Hansestadt arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote betrug 12,3 Prozent. Im August lag sie noch bei 12,8 Prozent. Vor allem die Jugendarbeitslosigkeit ist nach Angaben der Bundesagentur im September mit 11, 1 Prozent stärker als in den Vorjahren gesunken. Soweit die aktuellen Zahlen, doch wie sieht es in Wirklichkeit aus?
Inga Nitz, arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Bürgerschaftsfraktion DIE LINKE sieht durchaus die positiven Tendenzen auf dem Arbeitsmarkt. Sie stellt aber fest, dass die Anzahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse nicht in demselben Maße steigt, wie die Arbeitslosenzahlen in Bremen sinken. Wo bleiben also diese Menschen?
„Man darf die Zahlen nicht isoliert betrachten. Es ist unstrittig, das wir in Bremen die höchste Anzahl von Mini- und Midijobbern haben. Wer solch einen Job hat, ist nicht arbeitslos und damit in der Arbeitslosenstatistik aufgeführt. Aber können diese Bremerinnen und Bremer von ihrem Einkommen leben?“, fragt Nitz. „Unser Ziel muss
es sein, dass Menschen von ihrer Hände Arbeit leben und auch ihre Familien ernähren können. Dazu sagt die Statistik aber nichts."
„Genauso wenig kann ich die Euphorie im Bezug auf das Sinken der Zahl arbeitsloser Jugendlicher teilen. In meinem Umfeld lerne ich täglich junge Menschen kennen, die nach wie vor verzweifelt auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz sind. Dies gilt besonders für jene mit einem Hauptschulabschluss. Ich kann daher die Freude meiner
Kollegen verstehen, aber ich teile sie nur bedingt.“