Im "American Journal of Human Biology" wird der folgende ganz interessante Argumentationsstrang geknüpft:
Warum? Die Studie nennt die großen sozialen Unterschiede in den USA als Grund. Unterschied heißt: einigen wenigen geht es sehr gut, und vielen geht es sehr schlecht. So gebe es ganze Bevölkerungsteile mit außerordentlich schlechten Lebensbedingungen, ohne ausreichende medizinische Hygiene oder medizinische Versorgung. "Vermutlich führen all diese und weitere Faktoren dazu, dass die USA als eines der reichsten Länder der Erde an Körpergröße und Lebenserwartung hinter anderen Industrienationen herhinkt und zudem unter den reichen Ländern die höchste Säuglingssterblichkeit zu beklagen hat."
Eigentlich würde man ja von us-amerikanischen Humanbiologen erwarten, dass sie unterschiedliche Körpergrößen genetisch erklären. Dass soziale Ursachen für eine Erklärung herangezogen werden, ist ebenso erstaunlich wie hoch plausibel. Was "uns Europäer" antreibt, unsere Sozialsysteme gegen den US-neoliberalen Mainstream zu verteidigen, ist der Wunsch nach sozialer Gerechtigkeit. Jetzt kommt noch ein Argument hinzu: bessere Sozialsysteme bringen auch größere Menschen hervor; umgekehrt umgekehrt.
Leider gilt das nur im Durchschnitt und nicht für arm und reich gleichermaßen. So lange nicht auch die reicheren Amerikaner kleiner als die durchschnittlichen Europäer werden, wird sich wohl aus Gründen der Körpergröße nicht viel ändern. (Informationen und Zitate aus Spiegel-online vom 22.05.07) (sh)