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11. Mai 2007 Information

Telekom-Führung zeigt ihr wahres Gesicht

Bei der Deutschen Telekom AG stehen die Zeichen auf Streik. 96,5 Prozent der zur Urabstimmung aufgerufenen Telekom-Beschäftigten haben sich für einen unbefristeten Arbeitskampf ausgesprochen. „Das Abstimmungsergebnis zeigt, dass die Kolleginnen und Kollegen nicht bereit sind, die vom Telekom-Vorstand geplanten Zumutungen hinzunehmen. Weniger Geld bei gleichzeitig mehr Arbeit werden wir nicht aktzeptieren“, sagte Lothar Schröder, Mitglied im Bundesvorstand der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di).

Die Telekom will mehr als 50.000 Arbeitnehmer zu erheblich schlechteren Bedingungen in die geplante T-Service-Sparte ausgliedern. Dabei sollen die Löhne um neun Prozent gekürzt, die Arbeitszeit um mindestens vier Stunden verlängert und drei Nulllohnrunden erzwungen werden. Einbußen und Umverteilung zulasten der Beschäftigten würden sich dabei auf mehr als 40 Prozent summieren.

Diese Pläne werden von den Beschäftigten eindeutig abgelehnt. Auch viele Telekom-Beamte haben ihre Solidarität mit den Tarifangestellten bekundet. Jetzt können die Beschäftigten der Telekom zeigen, dass sie sich nicht alles gefallen lassen, so Werner Dreibus, gewerkschaftspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE. 96,5 Prozent in der Urabstimmung sind ein deutliches Signal an den Vorstand. Es kann nicht sein, dass dem immer wieder beklagten Kostendruck allein mit sinkenden Löhnen begegnet wird. Das muss in der nun folgenden Auseinandersetzung deutlich werden.

Vorstandschef Obermann zeigt unterdessen sein wahres Gesicht. Leiharbeitnehmer sollen als Streikbrecher eingesetzt werden. Auch mit dem Verkauf der Serviceeinheiten wird gedroht. Das alles hätte verhindert werden können: wenn der Bund als stärkster Eigentümer seinen Einfluss im Aufsichtsrat geltend gemacht hätte. Stattdessen versteckt sich die Bundesregierung hinter Ausflüchten: Man sei nun mal den Interessen des Unternehmens verpflichtet – gemeint sind die Vorstandsinteressen. Aber auch die Beschäftigten sind Teil des Unternehmens. Ihre Interessen spielen aber in diesem Land keine Rolle mehr. Das zeigen Bundesregierung und Telekom-Führung zurzeit deutlich.