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20. Juni 2007 Information

Es geht um den Flächentarifvertrag

Im Streik, den die IG Bau-Agrar-Umwelt, führt, geht es um viel. Die Baugewerbeverbände in Niedersachsen und Schleswig-Holstein haben das Schlichtungsergebnis (3,1 % Lohnerhöhung) vom 18. Mai 2007, das für alle 700.000 Arbeitnehmer im gesamten Bundesgebiet gelten sollte, abgelehnt. Die IG Bau reagierte darauf mit Urabstimmungen und Streiks, die nicht nur auf die beiden Bundesländer beschränkt sind. Am 18.06.07 berichtete die Buten-und-Binnen-Redaktione über Streiks auch in Bremen, der hier zwei Dutzend Baustellen lahmlegte.  In der Sendung wurde der teilweise handgreifliche Streit zwischen den Gewerkschaftsvertretern und Bauleitern sowie Bauarbeitern der meist kleineren und unter Zeitdruck stehenden Firmen gezeigt. Im Interview Wolfgang Jägers, Regionalleiter der IG Bau in Bremen:

"Wenn wir unsere Flächentarifverträge nicht erhalten, dann bricht das gesamte Tarifgefüge für alle zusammen, weil das alles aneinander hängt. Die Arbeitgeber in Niedersachsen und Schleswig-Holstein verfolgen genau dieses Ziel. Sie wollen die Flächentarifverträge abschaffen, sie wollen, dass es allen Bauarbeitern schlechter geht, sie wollen, dass alle Bauarbeiter unter Lohndumping fallen. Und deswegen ist da soviel Wut und Engagement drin, weil alle wissen, es geht um was, es geht um richtig viel."

Zur buten & binnen-Sendung

Aus der Pressemitteilung der IG Bau zur gesamten Streiksituation:

"Am zweiten Streiktag hat die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) den Streik auf ca. 150 Baustellen in Niedersachsen und Schleswig-Holstein ausgeweitet. Auf den zahlenmäßig eher kleinen Baustellen legten insgesamt über 1200 Bauarbeiter die Arbeit nieder. Sie wollen damit das am 19. Mai erzielte Schlichtungsergebnis durchsetzen, das eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um insgesamt 3,5 Prozent in 2007 vorsieht.

„Die Streiklokale sind überfüllt. Die Entschlossenheit der Kollegen auf dem Bau, den Widerstand der Baugewerbeverbände Niedersachsen und Schleswig-Holstein zu brechen, wächst“, sagt IG-BAU-Vorsitzender Klaus Wiesehügel.

In den Streik einbezogen wurden Baustellen in Hannover, Braunschweig, Göttingen, Celle, Lübeck, Hamburg und Lüneburg... Wie lange der Arbeitskampf dauert, ist noch nicht abzusehen.

Die IG BAU besteht darauf, dass die baugewerblichen Arbeitgeberverbände in Niedersachsen und Schleswig-Holstein das Schlichtungsergebnis anerkennen, das sie selbst mit ausgehandelt haben.

„Wir haben heute gute Erfolge erzielt. Auch auf Baustellen, wo die Bauarbeiter noch gezögert haben, konnten wir sie von der Notwendigkeit des Arbeitskampfs überzeugen“, sagte Klaus Wiesehügel.
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