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26. November 2007

Bildungsmarkt

noch staatlich: die Schule an der Lessingstrasse

Kommen nach den "Gesundheitsunterehmen", die sich auf die Kliniken stürzen, nun auch die Bildungsunternehmen. Wird eine der vornehmsten und wichtigsten staatlichen Aufgaben, die Bildung, dem Markt überantwortet?

Diese Entwicklung ist schon längst angelaufen. Und folgt einer ebenso einfachen wie teuflischen Logik: je schlechter das öffentliche Bildungssystem wird, je mehr Geld ihm entzogen wird, desto eher sind Eltern, die sich das leisten können, bereit, ihre Kinder auf Privatschulen zu schicken. Und umgekehrt: damit Bildungsunternehmen Geld verdienen können, muss dem Staat immer mehr Geld entzogen werden, damit die öffentlichen Schulen immer schlechter werden. Unterrichtsausfall, schlechte PISA-Ergebnisse, unzureichende Ganztagsangebote, demotivierte Lehrer, damit werben Privatschulen ebenso ungeniert wie massiv.

Jetzt berichtet die Taz, dass bei der Bildungsbehörde sieben Anträge auf neue Privatschulen gestellt und zwei bereits genehmigt worden sind. Über zwei wolle die Behörde nichts sagen, weil sie sich selber noch in der Öffentlichkeit zurückhalten. Laut Taz sind das

  • die "BSB Erwachsenenbildung Ltd.", eine Firma nach englischen Recht, die das alte Rathaus Hemelingen für ein Privatgymnasium ("Kristallschule") kaufen wolle und
  • die Initiative am Körnerwall für eine "Freie Schule Bremen".

Privatschulen sind in Bremen nicht neu. So existieren schon das ökumenische Gymnasium in Oberneuland, die Freie Evangelische Bekenntnisschule, die katholische St.-Johannis-Schule, die International School of Bremen und die Waldorfschule. Die Bekenntnisschule hat schon einen weiteren Standort in der Vahr, die St.-Johannis-Schule für die Oberstufe das repäsentative alte Postamt in bester Lage an der Domsheide eröffnet, das Evangelische Gymnasium startet demnächst in der Innenstadt. (sh)