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23. Oktober 2007 Information

Space Park - Waterfront - doch noch ein Einzelhandelszentrum?

Kommt doch noch ein 44.000 qm-Einzelhandeszentrum in den ehemaligen Space Park - jetzt Waterfront genannt? In einer Pressekonferenz heute versprach die irische Heuschrecke LNC, dass in einem Jahr ein Zentrum eröffnet und zu "einer der wichtigen und eindrucksvollen Adressen für Mode, Sport und Unterhaltung in ganz Norddeutschland werden" solle. Die grauen Fassaden mitsamt der "ollen Rakete" sollten verschwinden und alles ganz anders gemacht werden. Der Geschäftsführer sprach von einem "positiven Feedback" seitens der Interessenten, konkrete Namen aber wurden nicht genannt. Pläne gäbe es auch für die Hochkultur. Auf einem Ponton in der Weser, mit überdachter Bühne und Zuschauertribüne, soll im Sommer vom Bremer Theater die Oper "Der fliegende Holländer" aufgeführt werden.

Bis jetzt gibt es auf dem riesigen Areal nur ein kleines Cafe: Starbucks, das tatsächlich eröffnet hat. 100 bis 120 Mieter fehlen noch bis zur Eröffnung.

Kommt das Einkaufszentrum tatsächlich zustande, bricht auch die alte Diskussion mit der alten Problematik wieder auf. Da die Einzelhandesumsätze in Bremen und umzu bestenfalls stagnieren, da die Bremer Innenstadt und die Nebenzentren Gröpelingen und Vegesack nicht besser und eher noch schlechter dastünden, würde eine neue Konkurrenz ein ziemlich großes Stück vom Kuchen beanspruchen. Norbert Caeser vom Bremer Einzelhandesverband äußerte in einem Buten+Binnen-Interview die entsprechenden Ängste und mahnte an, dass die ehemals in Verbindung mit den Space Park-Planungen getroffenen Vereinbarungen von der Stadt weiterhin eingehalten werden.

Buten+Binnen Radio Bremen vom 23.10.07

Hier war in vorhergehenden Beiträgen ja die Meinung vertreten worden, dass LNC als eine typische Heuschrecke das Areal lediglich als Spekulationsobjekt ansieht. Man wird sehen, was aus den Plänen wird. Pläne, aus denen nichts geworden ist, gab es jedenfalls schon mehr als genug.

Zur kurzen Erinnerung: 1993 hatte der Krupp-Konzern für die Traditionswerft "AG Weser" das Aus verkündet. Dann wurde die Idee "Space Park" zusammen mit der hier ansässigen Raumfahrtindustrie geboren. Als diese sich wegen mangelnder Wirtschaftlichkeit aus dem Projekt zurückzog, wurde es schließlich - sehr abgespeckt - als Kino-, Freizeit- und Einzelhandelszentrum (jetzt "Space Center" genannt) von der Space Park KG (90% bei der Dresdner Bank, 10% bei der Stadt Bremen, vertreten durch die BIG) übernommen und eröffnet. Nach nur neun Monaten war das riesige Center (44.000 Quadratmeter Flächen, das ganze Grundstück sechs Hektar groß mit großen Flächen drumherum) am Ende und mußte schließen.

In der Folgezeit gaben sich viele Interessenten mit immer abenteuerlicheren Konzepten die Klinke beim Rauhaus in die Hand. Erwähnt seien hier nur die kanadischen Triple Five ("555") mit den Plänen für eine rieisige Einkaufs-Mall, und die Europe Israel Group aus Tel Aviv mit der grandiosen Idee eines nordeutschen "Las Vegas" mit Spielbank sowie Spielsälen mit 100 Spieltischen und 1200 "einarmigen Banditen". Erinnert sei schließlich auch noch an das erste "Betreiberkonzept" von Carlo Petri, dem Betreiber des "Universums". Das Konzept hieß bezeichnenderweise "LufTraum", versprach jede Menge Erlebnis und Einzelhandel, versprach auch sieben Investoren, die bereit stünden. Aber auch von diesem großartigen Projekt blieb schließlich nichts übrig außer den 120.000 Euro, die die BIG für das 30-Seiten-Planungs-Papier an Carlo Petri gezahlt hatte.
(sh)