Space Park - Waterfront - Starbucks
Die irische Heuschrecke, der Immobilienfonds "LNC property group" hatte ja das ganze Areal des Space Park für 45 Mio. € erworben gegen das Versprechen, ein "Nutzungskonzept" für die Schaffung von Umsatz und Arbeitsplätzen in Gröpelingen zu entwickeln. Nach all den bisher vorgeschlagenen und sämtlich fehlgeschlagenen "Nutzungskonzepten" ist es mehr als unwahrscheinlich, dass Pläne in diese Richtung ernsthaft verfolgt werden. Zumal Mr. McCabe von LNC mehrmals - und das glaubhaft - versichert hat, LNC sei ein reiner Immobilienfonds, der mit Immobilien handele und spekuliere, aber sie nicht selber nutze.
Aber es tut sich wieder was, wie die Bremer Presse berichtete. Der Space Park heißt jetzt "Waterfront", und ein neues Schild wurde an der Eingangstür angeschraubt. Man habe auch schon einen ersten Mieter gefunden: Starbucks, die in der ganzen Welt bekannte Kaffeehaus-Kette. Und man wolle weitere 80 bis 100 Millionen investieren. Das "Konzept" wird im Weserkurier (v. 11.08.07) so umschrieben: "Ziel sei es, mit einem Mix aus Handel, Freizeitgestaltung, Wellness und Sport schließlich 25000 und an den Spitzentagen sogar 50000 Menschen anzulocken. Als Einzugsgebiet sehen die Waterfront-Macher einen Kreis von rund 100 Kilometer um Bremen. Zunächst soll der Einzelhandel seine Pforten öffnen, nach dem Konzept soll das Freizeitsegment ein Jahr später folgen. Geplant ist, das Gebäude so umzugestalten, dass es sich zur Weser öffnet."
Ist das nicht schon alles durchexerziert worden? Hatte man nicht schon ein Einzelhandelszentrum eröffnet, das inzwischen in der Insolvenz verschwunden ist? Braucht man nicht, um mehrere zig-tausend Konsumenten täglich anzulocken, zum Beginn ein oder zwei große "Ankermieter" mit Angeboten, die so attraktiv sind, dass sie diesen Lockeffekt für einen Umkreis von 100 km auch tatsächlich ausüben können? Ein Kaffeehaus von Starbucks - auch mit "17 Spezialitäten-Kaffees plus saisonaler Sorten" - wird diese Funktion kaum erbringen können. Die Eröffnung soll auch nur "Symbolcharakter" haben; zur Größe der Filiale wollte und konnte die Sprecherin des Unternehmens nichts Genaues sagen. 15 Plätze vielleicht oder 100? Umgeben von gähnender Leere? Dabei weiß auch Starbucks: ein Kaffeehaus braucht die Laufkundschaft wie die Luft zum Atmen. Die Leute fahren und laufen nicht weite Strecken, nur um einen Kaffee zu trinken.
Also: auch dieser Plan und diese Pressemeldungen sind wieder sehr irreal und unwahrscheinlich. Wahrscheinlich muß LNC eine Zusage einhalten und ein Nutzungskonzept vorlegen, weil es damals beim Kauf versprochen worden ist. Nun, hier ist es. Wenn es nicht realisiert werden kann, weil es sich nicht rechnen wird ... "So what", wird der Ire dann sagen.
Real und konkret sind und bleiben die Grundstücksinteressen. LNC hatte sich mit Erfolg beim Bürgermeister persönlich darüber beschwert, dass die Bremer Investitionsgesellschaft (BIG) so "unkooperativ" bei der "Arrondierung" von Flächen gewesen sei. "Diese Probleme seien nach dem öffentlich gemachten Protest inzwischen zur Zufriedenheit von LNC geklärt, berichtete Waterfront-Sprecher Miller", so die Taz vom 14.08.07.
Frage: Was ist eigentlich mit der Getreideverteilanlage?
(sh)
Siehe auch unsere Berichte
Space Park - nur noch eine Spekulation mit Grundstücken
Die Stadt und Heuschrecke
Space Park und Überseestadt
Noch eine Notiz zu Starbucks drei Tage später:
Zu der Meldung, mit dem Starbucks-Caffee solle schon im nächsten Monat ein "Marketing-Einstieg mit Symbolcharakter" starten, zitiert die Taz v. 22.08.07 den Starbucks-Manager Steffen: "'Never... Allenfalls ein interner Betrieb ist ab dem kommenden Monat denkbar - etwa für die Bauarbeiter.' Die 'richtige Eröffnung eines begehbaren Stores' finde definitiv erst dann statt, wenn auch das "Waterfront"-Zentrum eröffne."